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04.11.2014

13:25 Uhr

Saudis setzen Fracking-Wirtschaft zu

Ölpreise fallen auf Vierjahrestief

Saudi-Arabien will, dass Fracking unrentabel wird. Mit der Ankündigung von Rabatten für US-Kunden schickt das Opec-Land die Ölpreise am Dienstag weiter auf Talfahrt. Hat Schieferöl eine Zukunft?

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New York/WienDie Ölpreise sind im Sturzflug. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember fiel am Dienstag auf ein Vier-Jahres-Tief. Am Mittag kostete das Barrel 82,59 US-Dollar. Das waren 2,17 US-Dollar weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI sank um 2,06 Dollar auf 76,70 Dollar.

Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2011. Händler nannten als jüngsten Grund die Entscheidung des größten Opec-Produzenten Saudi-Arabien, seine Verkaufspreise für US-Kunden zu senken.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Saudi-Arabien teilte am Montagabend mit, die Preise für Ölexporte in die USA zu reduzieren. Für europäische und asiatische Abnehmer soll es dagegen teurer werden. Beobachter interpretierten die Entscheidung als zusätzlichen Hinweis darauf, dass das Land seine Marktanteile in den USA verteidigen will. Dort setzt das riesige Angebot an amerikanischem Schieferöl die Preise unter Druck.

Die Ölpreise sind seit Ende Juni um etwa 25 Prozent gefallen. Anders als bei früheren Preisstürzen hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) nicht mit einer Produktionskürzung reagiert. „Saudi-Arabien scheint dreieinhalb Wochen vor der Opec-Sitzung nicht bereit zu sein, sein Angebot zu reduzieren. Dies macht eine Einigung auf eine gemeinsame Produktionskürzung am 27. November wenig wahrscheinlich und spricht für einen anhaltenden Druck auf die Ölpreise“, kommentierten Experten der Commerzbank.

Die niedrigeren Preise Saudi-Arabiens für die USA dürfte vor allem das Opec-Mitglied Venezuela als Affront auffassen, da das Land die USA beliefert.

Auch der Preis für Opec-Rohöl sank. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 80,64 US-Dollar. Das waren 1,33 US-Dollar weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

Von

dpa

Kommentare (45)

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Herr der Ringe

04.11.2014, 09:32 Uhr

>> Saudi-Arabien setzt Fracking-Öl zu >>


Jetzt wird sich zeigen, bis zu welchem Preis das Fracking-Verfahren rentabel ist.

Schätzungsweise werden die Amis die verbrecherische ( ökologisch ) Fracking-Förderung mittels ihrer Finanzpyramiden auch noch beim Preis von 10 $ für rentabel erklären.

Es besteht aber die Hoffnung, dass das Fracking dann zusammen mit dem Finanzsystem der Amis zusammenbricht.

Herr Josef Schmidt

04.11.2014, 09:47 Uhr

Der alte Hughes hat im letzten Report gesagt dass die Förderquoten an den wichtigsten Felder in USA bereits um 60%-90% gefallen sind und dass die Ölschieferförderung in 2040 bei nur 10% der von der US Regierung geplanten Förderung sein wird.

Alles nur heisse Luft. Die AMis wissen warum sie Russland destabilisieren und jemand anderes als Putin an der Macht haben wollen.

Frau Helga Trauen

04.11.2014, 09:49 Uhr

Und was haben sich die Russlandhasser schon gefreut, dass Putin bzw. Russland unter Druck gesetzt wird. In Bezug auf Russland gilt ohnehin: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Wenn der Dollar kollabiert und die EU gleichfalls, dann verstehen die Schmalspurpolitiker wie Erika und Gauckler, was Geopolitik bedeutet. Aber die haben wohl zu häufig in der Kirche gesessen und ihrem Aberglauben gefrönt.

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