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20.03.2013

17:14 Uhr

Schieferöl-Boom

USA wird zum Netto-Ölexporteur

Die USA werden dieses Jahr das erste Mal mehr Öl im eigenen Land fördern als sie importieren. Durch einen Schieferöl-Boom steigen die Fördermengen stetig an. Zusätzlich stieß man im Golf von Mexiko auf großes Vorkommen.

Die USA wird erstmals seit zwei Jahrzehnten mehr Öl im eigenen Land fördern als sie importieren. dpa

Die USA wird erstmals seit zwei Jahrzehnten mehr Öl im eigenen Land fördern als sie importieren.

WashingtonZum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten werden die USA in diesem Jahr mehr Öl im eigenen Land fördern als sie importieren. Das US-Energieministerium teilte am Mittwoch mit, dass durch den Schieferöl-Boom in den Bundesstaaten North Dakota und Texas die Fördermenge auf mehr als sieben Millionen Barrel pro Tag gestiegen sei und sich bis zum Jahr 2014 auf acht Millionen Barrel erhöhen könnte. Ein Barrel entspricht etwa 159 Litern.

Die Ölimporte fielen dagegen den Angaben zufolge unter acht Millionen Barrel täglich. Damit dürften die USA bis Ende 2013 zum Netto-Ölexporteur werden, erklärte die Statistikbehörde des Energieministeriums in Washington. Zuletzt sei dies vor 18 Jahren der Fall gewesen. Noch vor einigen Jahren waren die USA der größte Ölimporteur der Welt.

Einer im November veröffentlichten Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge könnten die USA in rund 20 Jahren gänzlich unabhängig von Energie-Importen sein. Das Land werde seinen Energiebedarf voraussichtlich gegen 2035 fast vollständig aus eigenen Ressourcen decken können, hieß es in dem jährlichen Weltenergieausblick. Um das Jahr 2020 dürften die USA zum größten Ölproduzenten der Welt vor Saudi-Arabien aufsteigen.

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Grund für die Zunahme der Erdöl-Produktion in den USA ist die Erschließung von Ölvorkommen, die bislang als schwer zugänglich galten, etwa weil sie sich in dichtem Gestein befinden. Dabei wenden Energieunternehmen das sogenannte Fracking an. Bei der Methode werden Wasser, Sand und Chemikalien in Gestein gepresst. Durch den damit erzeugten Druck können Öl- oder auch Gasvorkommen freigesetzt werden. Die Technik ist umstritten, Kritiker warnen unter anderem vor Gefahren für das Trinkwasser durch den Einsatz von Chemikalien.

Unterdessen gab der US-Rohstoffkonzern Anadarko Petroleum die Entdeckung eines großen Ölfelds im Golf von Mexiko bekannt. Eine zweite Bohrung im Förderfeld Shenandoah-2 vor der Küste des Bundesstaats Louisiana habe den Fund eines "potenziell riesigen" Ölfelds bestätigt, teilte das Unternehmen in Houston mit. Es handle sich um einen der größten Ölfunde von Anadarko Petroleum im Golf von Mexiko, erklärte Vizechef Bob Daniel. Angaben zur Menge des gefundenen Öls machte das Unternehmen nicht.

Von

afp

Kommentare (3)

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drsr

20.03.2013, 17:44 Uhr

Wenn ich das recht verstehe, dann sind die USA kein Nettoexportuer, sondern weiterhin ein gewaltiger Nettoimporteur : was sich geändert hat, ist dass nicht mehr >50% des Verbrauchs importiert werden, sondern "nur noch" etwas unter 50% .....
=> headline ist grottenfalsch, liebes Handelsblatt

drsr2

20.03.2013, 18:07 Uhr

da möchte ich einmal drsr recht geben!
was soll diese populistische Meinungsmache
und was sind das für wirre Behauptungen bis 20 Jahre in die Zukunft,
wenn die Experten nicht einmal eine Finanzkrise 2 Wochen vorher erkennen konnten!

Ted

21.03.2013, 11:24 Uhr

Ja, in der Tat, völlig absurder Nonsense!
Die USA sind nachwievor weltweit der größte Ölimporteur.
Bis Ende 2013 nochmal mehr als 7 Millionen Barrel zusätzlich zu produzieren, ist schlicht unmöglich. Zumal Schieferöl, was eigentlich korrekt tight oil heißt, nur mit einem immensen Aufwand an Ressourcen und Kapital zu fördern ist und die Förderung schnell wieder sinkt. Sprich, man verbraucht neben Wasser und zahllosen Chemikalien, viel Energie (Öl), um teures Öl zu fördern.
Bei der Fracking-Euphorie scheint bei vielen das Großhirn komplett zu versagen, schade dass sich auch das Handelsblatt anstecken lässt. Empfehlung, erst recherchieren, dann schreiben...

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