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03.06.2013

12:14 Uhr

Schlechte Stimmung am Markt

Anleger greifen bei Gold zu

Das Edelmetall verteuert sich weiterhin. Anleger greifen wegen schwacher Wirtschaftsdaten lieber auf das sichere Gold zurück. Mit Spannung werden die US-Arbeitsmarktdaten für den Mai erwartet.

Gold ist nach wie vor gefragt. Reuters, Sascha Rheker

Gold ist nach wie vor gefragt.

FrankfurtDie schlechte Stimmung an den Aktienmärkten hat am Montag die Anleger wieder beim Gold zugreifen lassen. Eine Feinunze verteuerte sich um rund ein Prozent auf 1398,06 Dollar. Allerdings machte der Preis damit nur einen Teil seiner Freitagsverluste wieder wett.

Insgesamt habe sich an der negativen Haltung vieler Anleger gegenüber dem Gold nichts geändert, hieß es in London. Allein im Mai hatte der Goldpreis um mehr als sechs Prozent nachgegeben, was Händler vor allem mit Spekulationen über ein Auslaufen der Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank Fed für die US-Wirtschaft begründeten.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Zuletzt enttäuschend ausgefallene Daten bremsten diese Spekulation wieder etwas. Der Goldpreis hatte in den vergangenen Jahren vor allem von der Angst vieler Anleger vor einer davon galoppierenden Inflation angesichts der massiven Geldflut weltweit profitiert. Doch seit in den USA die Daten eine Erholung der Wirtschaft und damit eine baldige Drosselung der Geldschwemme andeuten, ist der Goldpreis auf Talfahrt. Mehr Aufschluss über die Entwicklung der US-Konjunktur erhoffen sich nun viele Anleger von den Arbeitsmarktdaten für Mai, die am Freitag veröffentlicht werden. Denn die Fed hat ihre Geldpolitik an einer bessere Lage am Arbeitsmarkt gekoppelt. Unterstützung für den Goldpreis kommt zudem vom etwas nachgebenden Dollarkurs. Da das gelbe Metall in Dollar gehandelt wird, erhöht sich die Attraktivität für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum je schwächer die US-Währung ist.

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Von

rtr

Kommentare (6)

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Aufwachen

03.06.2013, 12:42 Uhr

Die Arbeitsmarktdaten sind doch nur eine Farce
Schaut mal nach wie die erhoben werden!
Dieses Jahr sind wir nun endlich soweit. Der Crash darf kommen ....
Und die meisten Menschen schlafen immer noch

Observer

03.06.2013, 13:09 Uhr

Bei diesen Daten laeuft immer das gleiche Spiel. Zunaechst schuert die "Presse" die Erwartungen und die Daten werden positiv dargestellt, womit der Run weitergeht. Einen Monat darauf, wenn niemand mehr darueber spricht, werden die Daten dann nach unten korrigiert! Dies voellig unabhaengig davon, wie interpretierbar diese Daten erhoben werden!
Das Volk jedenfalls glaubt diese Luegen alle, ja es erwartet sie geradezu!

Account gelöscht!

03.06.2013, 16:10 Uhr

Weder Europa noch die USA sind noch für die Goldpreisbildung relevant. Die Nachfragemacht hat Asien!

Das Londoner Goldfixing ist eine Farce, die an den Libor-Skandal erinnert. Spätestens wenn der physische Markt zu den jetzt gedrückten Preisen leergeräumt ist, wird sich das zeigen.

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