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20.02.2015

17:32 Uhr

Schuldenstreit

Euro auf Berg- und Talfahrt

Am Nachmittag verhandeln die Euro-Finanzminister über den Schuldenstreit mit Griechenland. Nachdem der Euro lange unter Druck stand, konnte sie sich am späten Nachmittag deutlich erholen. Alles blickt auf Brüssel.

Der Euro legte am Donnerstag weiter zu. Es bleibt aber weiterhin spannend. dpa

Euro-Münze

Der Euro legte am Donnerstag weiter zu. Es bleibt aber weiterhin spannend.

Frankfurt/MainDer Euro hat am Freitag eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Nachdem die Gemeinschaftswährung lange unter Druck stand, konnte sie sich am späten Nachmittag deutlich erholen. Zuletzt wurde sie mit 1,1360 US-Dollar auf dem Niveau vom Morgen gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,1298 (Donnerstag: 1,1387) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8851 (0,8782) Euro.

Vor dem Wochenende steht abermals Griechenland im Mittelpunkt des Geschehens. In Brüssel kamen die Euro-Finanzminister zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen, um über das Hilfegesuch Athens im Schuldendrama zu beraten. Größter Streitpunkt ist, ob die Zugeständnisse Griechenlands ausreichen, damit weitere Kredite an das Land freigegeben werden können. Zahlreiche Euroländer, darunter Deutschland, sehen das nicht so. Aus ihrer Sicht bekennt sich Athen bislang nicht klar genug zu bereits beschlossenen Spar- und Reformauflagen.

Ein Austritts Griechenlands aus dem Währungsraum, der lange als unwahrscheinlich galt, ist mittlerweile nicht mehr undenkbar. Maltas Finanzminister Edward Scicluna sagte vor der Zusammenkunft mit seinen Kollegen in Brüssel, eine Reihe von Euroländern sei bereit, einen Euro-Austritt Athens zuzulassen: „Ich denke, sie haben nun einen Punkt erreicht, wo sie sagen, falls ihr wirklich gehen wollt, dann geht.“ An den Finanzmärkten gilt ein „Grexit““ zwar nicht mehr als Horrorszenario. Wie die Börsen auf ein tatsächliches Ausscheiden Athens reagieren würden, weiß aber niemand.

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7348 (0,7379) britische Pfund, 133,91 (135,52) japanische Yen und 1,0718 (1,0796) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1208,25 (1209,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33 550,00 (33 800,00) Euro.

Von

dpa

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