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12.04.2011

17:43 Uhr

Schwache Nachfrage

Goldman Sachs rät von Rohstoffen ab

Die Investmentbank Goldman Sachs sieht Anzeichen für schwächere Nachfrage nach Rohstoffen. Deshalb werde sich Aufwärtstrend bei den Preisen umkehren, so die Analysten. Die Anleger reagieren prompt.

Rollen mit Kupferdraht: Die Nachfrage nach Industriemetallen wird nach Ansicht von Goldman Sachs zurückgehen. Quelle: dpa

Rollen mit Kupferdraht: Die Nachfrage nach Industriemetallen wird nach Ansicht von Goldman Sachs zurückgehen.

FrankfurtAnleger am Rohstoffmarkt sind am Dienstag einer Empfehlung der US-Bank Goldman Sachs gefolgt und haben Gewinne eingestrichen. Es bestehe eine große Wahrscheinlichkeit, dass sich der Aufwärtstrend bei den Rohstoffpreisen umkehre, erklärten die Analysten in einer am Montagabend veröffentlichten Kurzstudie. Sie begründeten dies unter anderem mit „aufkeimenden Zeichen für eine Abschwächung der Ölnachfrage in den Vereinigten Staaten“.

In der Folge fiel der Preis der für die USA richtungweisenden Ölsorte WTI um 0,5 Prozent auf 109,40 Dollar. Goldman zufolge ist der der Markt spekulativ auf steigende Preise ausgerichtet, während eine potenzielle Waffenruhe in Libyen das Aufwärtspotenzial für die Notierungen begrenze. Die Kämpfe in dem nordafrikanischen Ölstaat dauerten am Dientag an.

Der Preis für Nordseeöl hielt sich mit 124,52 Dollar 0,4 Prozent im Plus, blieb damit aber unter seinem zu Wochenbeginn erreichten Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 127,02 Dollar. Die Deutsche Bank hob ihre Prognose für den Brentpreis für 2011 auf 117,50 von 107,75 Dollar je Fass an. „Unsere Vorhersage eines Anstiegs der weltweiten Ölnachfrage um 1,65 Millionen Barrel am Tag in 2011 und einer sich auf fünf von drei Mio. Barrel verringernden Reservekapazität der Opec am Tag begründen unsere Sicht eines höheren Ölpreises“, heißt es in einer Studie der Bank.

Der hohe Preis kann nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) die Nachfrage nach Öl dämpfen. Allerdings könnte einer schwächeren Nachfrage aus den USA und China sowie anderen asiatischen Ländern ein stärkerer Bedarf aus Japan gegenüberstehen. Das Land werde möglicherweise täglich 150.000 Fass Öl zusätzlich verbrauchen, damit es die Ausfälle bei der Stromerzeugung wegen der Atomkatastrophe in Fukushima kompensieren kann. Von daher rechnet die IEA 2011 weiter mit einem Wachstum des täglichen weltweiten Ölverbrauchs um 1,4 Mio. Fass beziehungsweise 1,6 Prozent.

Auch für die Kupfer-Nachfrage sehen die Goldman-Experten Gegenwind. Sie könne von den hohen Preisen und der Geldpolitik in China gebremst werden. Die Tonne Kupfer verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 9710 Dollar. Angesichts der Verschärfung der nuklearen Krise in Japan und einer Serie schwerer Nachbeben sanken laut Analysten die Konjunkturaussichten für die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft. „Man kann nicht mit dem Wiederaufbau beginnen, wenn die Erde immer noch bebt. Das erhöht die Unsicherheit“, sagte Analyst Robin Bhar von Credit Agricole. Die Folgen seien sinkende Metall-Notierungen. Zink verbilligte sich um zwei Prozent auf 2493,25 Dollar je Tonne, Zinn um 1,4 Prozent auf 32.850 Dollar Gewinnmitnahmen lasteten laut Händlern auch auf dem Goldpreis. Die Feinunze verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 1461,60 Dollar beziehungsweise um 0,7 Prozent auf 1009,57 Euro.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Casanova

12.04.2011, 17:59 Uhr

Preisfrage:
Welches Kreditinstitut hat kurz vor dieser Ad-hoc-Meldung
auf fallende Kurse gewettet?

Ach, Kapitalismus macht mit nem Turbo einfach noch viel mehr Spaß...

Frosch

12.04.2011, 20:36 Uhr

Goldman Sachs=größter Manipulierer an der Börse.
Erst wird der "Kleinsparer" in die Märkte gelockt und dann wird er abgezockt. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder

Karl

13.04.2011, 08:33 Uhr

GS - eine der korruptesten Banken der Welt.......
Aber es stimmt. Da die weltweite Wirtschaft in sehr naher Zukunft GEPLANTERWEISE zusammenbrechen wird, wird auch die Nachfrage nach Rohstoffen sinken - nicht aber unbedingt der Preis !
Investoren und "normale" Menschen werden in werthaltige Rohstoffe flüchten, weil das Fiat-Money System zusammenbricht...

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