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29.07.2011

12:09 Uhr

Schweizer Franken

Milliarden-Verlust für Schweizer Notenbank

Schon seit Wochen wird der Schweizer Franken stärker, doch das hat nicht nur Vorteile: Wegen Wechselkursverlusten musste die Schweizer Notenbank einen Verlust von 10,6 Milliarden Franken verbuchen.

Den Euro hat die Schweizer Notenbank besonders gerne: Mehr als die Hälfte der SNB-Devisenreserven entfällt auf die Gemeinschaftswährung. Quelle: dpa

Den Euro hat die Schweizer Notenbank besonders gerne: Mehr als die Hälfte der SNB-Devisenreserven entfällt auf die Gemeinschaftswährung.

ZürichDie Aufwertung des Frankens hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im ersten Halbjahr 2011 tief in die roten Zahlen gestürzt. Die Notenbank gab am Freitag für den Zeitraum Januar bis Juni einen Verlust von 10,8 Milliarden Franken bekannt. Wechselkursverluste schlugen mit 11,7 Milliarden Franken negativ zu Buche, wie es hieß. Alle wichtigen Währungen verloren gegenüber dem Franken zum Teil deutlich an Wert. Sogar auf ihren Goldbestand verbuchte die SNB deswegen einen Bewertungsverlust von 1,6 Milliarden Franken - der Goldpreis-Anstieg wurde durch die Dollar-Abwertung mehr als aufgefressen.

Die SNB hatte im Vorjahr mit Milliardenbeträgen gegen die Talfahrt des Euro gegenüber dem Franken interveniert und deswegen einen Jahresverlust von gut 19 Milliarden Franken eingefahren. Ihre letztlich erfolglosen Bemühungen hatten der Notenbank - allen voran ihrem Präsident Philipp Hildebrand - herbe Kritik von politischer Seite eingebracht. Für Bund und Kantone steht viel Geld auf dem Spiel - die SNB räumt der Stärkung ihrer Bilanz Vorrang vor der Ausschüttung möglicher Gewinne ein.

Der Franken stürmte in den vergangenen Wochen angesichts der ungelösten Schuldenprobleme in den USA und der Eurozone sowohl zum Dollar als auch zum Euro von einem Rekordhoch zum nächsten. Aktuell bekommt man für einen Euro noch gut 1,14 Franken. Experten halten inzwischen für möglich, was lange undenkbar schien: die Parität zum Euro. Auf die Gemeinschaftswährung entfallen mehr als die Hälfte der SNB-Devisenreserven von fast 200 Milliarden Franken.

Von

rtr

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