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19.01.2015

16:32 Uhr

Schweizer Franken

Unberechenbarer als der Rubel

Die Entscheidung der Schweizer Zentralbank bewegte vergangene Woche die Märkte. Die heimische Währung, der Franken, schwankte noch stärker als der Rubel. Extrem unruhige Zeiten für die Devisenmärkte.

Geht der Schweizer Franken über den „Jordan“?

Video: Geht der Schweizer Franken über den „Jordan“?

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LondonDie Entscheidung der Schweizer Zentralbank (SNB) letzte Woche den Kurs des Franken nicht mehr an den Euro zu binden. Die Entscheidung schockte die Märkte. Im Devisenmarkt war die Entscheidung auch deutlich zu spüren. Die volatilste Währung der letzten zwölf Monate, der Rubel, wurde in den letzten Tagen vom Franken abgelöst. Am Tag der Entscheidung der SNB war die Volatilität beim Franken laut Bloomberg-Daten fünf Mal stärker als beim Rubel.

„Was die Schweizer Zentralbank angekündigt hat, war für die Märkte eine riesige Überraschung“, sagte Piotr Matys, Devisenstratege für Schwellenländer bei der Rabobank in London. „Es gibt noch immer eine Menge Negativität im Umfeld des Rubels, aber mit Blick auf die Volatilität könnte meiner Meinung nach das Schlimmste hinter uns liegen.“

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

Der Sprung bei der Franken-Volatilität auf 261 Prozent folgte nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses, den die SNB drei Jahre lang verteidigt hatte. Die eidgenössische Währung schoss um 23 Prozent hoch auf 0,97554 je Euro.

Die Rubel-Volatilität hat zugenommen, seit Russland im November den freien Handel der Landeswährung zugelassen hat. Das verstärkte die Abwertung, die bereits durch den Ölpreissturz und die Sanktionen im Ukraine-Konflikt eingesetzt hatte. Die Kursschwankungen erreichten am 16. Dezember 245 Prozent, nachdem die Zentralbank des Landes den Leitzins auf 17 Prozent angehoben hatte - in dem Versuch, die Landeswährung zu stützen. Der Rubel ist weiterhin die volatilste Schwellenland-Währung.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

19.01.2015, 17:12 Uhr

Eine jede Notenbank ist unberechenbar für all jene, die nur ihr eigenes Süppchen auf Kosten der Steuerzahler kochen möchten.

So etwas erreicht die Fed mit ihrer forward guidance - und verteilt die Vermögen weltweit um, von unten nach oben.

Das möchte sogar die EZB - obgleich völlig verschiedene Situationen, Währungsgebiete und Ökonomien - in Europa ähnlich dummerhaftig machen.

Bislang allein bewies die SNB Stärke, Klarheit und Fortune. Sie sorgt dafür, daß die Risiken der Märkte an diese zurückkehren - von den bislang gemolkenen Steuerzahlern.

Herr Vittorio Queri

19.01.2015, 17:17 Uhr

>> Im Vergleich zu vielen anderen Ländern sind die negativen Auswirkungen der Franken-Entscheidung in den osteuropäischen Staaten gering. >>

In Polen laufen sehr viele Hypotheken-Darlehen auf Franken-Basis.

Die Immo-Blase in Polen wird jetzt platzen, zumal die Mehrzahl der Hypothekenbesitzer wegen Verteuerung zum Aussteigen gezwungen wird.

Der € wird den Polen unter die Arme greifen müssen...was den Verfall des € wiederum beschleunigt.

Herr Klaus Wagner

19.01.2015, 18:01 Uhr

Unberechenbar? Hoppla, die SNB hat immer klar gemacht, dass der Euro-Mindestkurs nur vorübergehend sein wird. Gegen den enormen Euro Ansturm konnte die SNB nur die Schleusen öffnen. Man muss anerkennen, dass die SNB nicht spekuliert hat, sondern nur gegen den schwachen Euro reagiert hat.

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