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19.11.2015

15:16 Uhr

Silbermünzen und Barren

Nur noch ein Hoffnungswert

VonIngo Narat

Der Preis des Edelmetalls fällt. Die Analysefirma GFMS berichtet zwar über einen Kaufansturm bei Münzen. Doch das bringt noch keine Trendwende. Warum Anleger vorsichtig sein sollten.

Die Nachfrage nach Silber lässt nach. dpa

Barren

Die Nachfrage nach Silber lässt nach.

Silber segelt im Kielwasser des Goldes: Die Preise beider Edelmetalle fallen. Doch während der Goldpreis auf den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren rutschte, ist Silber mit 14,20 Dollar je Unze davon noch ein Stück entfernt. Das gilt allerdings auch für das Top. Am Hochpunkt vor viereinhalb Jahren kosteten die 31,1 Gramm des Weißmetalls fast 50 Dollar.

Jetzt legte die zu Thomson Reuters gehörende Analysefirma GFMS ihren jährlichen Marktausblick vor. Und der passt zur negativen Entwicklung der jüngeren Vergangenheit. „Die physische Nachfrage wird wohl in diesem Jahr um 2,5 Prozent fallen“, schätzt die GFMS-Analystin Erica Rannestad.

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Gold ist so billig wie zuletzt vor sechs Jahren. Denn viele einstige Anhänger der Krisenwährung haben jetzt Vertrauen in die Notenbank. Privatanleger kaufen dennoch mehr Barren – und vor allem eine Münze.

Die Experten des Hauses erwarten eine auf 1.057 Millionen Unzen sinkende physische Nachfrage nach dem Metall. Das entspricht beim aktuellen Preis einem Gegenwert von 15 Milliarden Dollar. Es ist demnach ein sehr kleiner Markt. Im Vergleich dazu kam der Goldmarkt nach Angaben der Minenlobby World Gold Council im vergangenen Jahr auf ein Volumen von 171 Milliarden Dollar.

Bei der Silbernachfrage registrieren die GFMS-Experten im dritten Quartal laut GFMS eine Rekordnachfrage nach Münzen, vor allem in Nordamerika. Das bestätigt Robert Hartmann für Deutschland. Der Mit-Gründer des Edelmetall-Handelshauses Pro Aurum schätzt bei den Silberprodukten für das eigene Haus „mengenmäßig einen etwa 30 Prozent höheren Umsatz als im Vorjahr“.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Laut GFMS haben Private die Preisschwäche im Sommer für Käufe genutzt. Auch die deutschen Anleger griffen zu. Hier zu Lande standen laut Hartmann die gängigen Anlagemünzen auf den Wunschlisten, die häufig in der Stückelung von einer Unze gekauft werden. In der Regel bewegten sich die Aufträge in einer Größenordnung von 7.000 bis 12.000 Euro.

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