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27.06.2014

11:16 Uhr

Silk Road

US-Regierung versteigert Bitcoins in Millionenhöhe

Als im vergangenen Oktober mit einem spektakulären Einsatz der Online-Handelsplatz Silk Road zerschlagen wurde, beschlagnahmten die US-Beamten fast 30.000 Bitcoins. Diese werden nun versteigert und Millionen einbringen.

Bitcoin-Münzen: Die virtuelle Währung ist derzeit rund 600 Dollar wert. dpa

Bitcoin-Münzen: Die virtuelle Währung ist derzeit rund 600 Dollar wert.

New YorkDie US-Regierung hat mit einer millionenschweren Versteigerung von Bitcoins begonnen. Am Freitag kommen in den USA fast 30.000 Einheiten der digitalen Währung unter den Hammer, wie das Justizministerium mitteilte. Die Bitcoins wurden bei dem Online-Handelsplatz Silk Road beschlagnahmt, der im vergangenen Oktober wegen krimineller Geschäfte geschlossen worden war.

Die Auktion könnte bis zu 18 Millionen Dollar einbringen, zuletzt war ein Bitcoin etwas weniger als 600 Dollar wert. Das Ergebnis soll am Montagnacht mitteleuropäischer Zeit bekanntgegeben werden. Die Regierung bietet als Testballon zunächst nur 20 Prozent der bei Silk Road sichergestellten Bitcoins an. Die virtuelle Währung gibt es seit 2009, sie wird vor allem bei Geschäften im Internet angewendet

Mit Bitcoins zahlen – so funktioniert es

1. Konto eröffnen

Zunächst lädt der Nutzer den Bitcoin-Client aus dem Netz und installiert ihn auf seinem Computer. Persönliche Angaben müssen nicht gemacht werden. Beim ersten Öffnen lädt die Software die gemeinsame Datenbank des Netzwerks herunter – ein Verzeichnis aller Zahlungen im Bitcoin-Netzwerk. Die Datenbank stellt sicher, dass niemand Falschgeld überweisen kann: Sie weist jeden Bitcoin einer Bitcoin-Adresse zu und damit einem Nutzer. Die eigene Bitcoin-Adresse, einen kryptischen Buchstabencode, bekommt der Nutzer automatisch mit dem Installieren der Software. Außerdem speichert die Software eine Datei namens wallet.dat auf dem Computer. Sie enthält kryptografische Schlüssel, mit denen der Nutzer gegenüber dem Bitcoin-Netzwerk ausweist, dass ihm die entsprechende Bitcoin-Adresse gehört.

2. An Bitcoins gelangen

Börsenhandel: Diverse Internetseiten bieten Bitcoins gegen Euro oder andere Währungen an. Dazu muss sich der Nutzer einmalig registrieren und den Geldbetrag etwa per Banküberweisung oder Zahlsysteme wie Dwolla an die Börse senden. Wie an einer Aktienbörse lassen sich dann Bitcoin-Kauforder platzieren. Eine Order, die über dem aktuellen Preisangebot an der Börse liegt, wird sofort erfüllt. Die Börse schickt die Bitcoins schließlich an die Bitcoin-Adresse des Nutzers. Die Börse ist auch der Ort, um Bitcoins wieder in Euro umzuwandeln. 

Bitcoins schürfen: Bitcoin-Nutzer können auch selbst neue Bitcoins errechnen. Dieses sogenannte Mining erfordert leistungsstarke Computer und ist Computer-Laien nicht zu empfehlen.

Bargeld-Eintausch: Privatpersonen bieten Bitcoins gegen Bargeld – Wohnort und Telefonnummern oder E-Mailadressen der Bitcoin-Händler sind auf der Seite Bitcoin local gelistet.

3. Mit Bitcoins bezahlen

Hat jemand Bitcoins an der Börse erworben, so ist die entsprechende Summe in seinem Bitcoin-Client aufgeführt. Um nun einen Geldbetrag zu überweisen, reicht die Angabe der Summe und der Adresse des Empfängers in der Software. Nach etwa zehn Minuten ist das Geld beim Empfänger angekommen. Eine Liste der Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren, gibt es hier.

4. Sicherheit

Um dem Verlust der virtuellen Bitcoin-Geldbörse etwa durch Beschädigung der Festplatte vorzubeugen, sollte die wallet.dat-Datei kopiert werden - zum Beispiel auf einen USB-Stick. Da sich Hacker über das Internet Zugriff auf den Computer verschaffen und die Datei stehlen können, sollte sie zudem mit Hilfe eines speziellen Programms verschlüsselt werde. Eine Anleitung dazu gibt es hier.

5. Bitcoins fürs Handy

Wer häufiger mobil ins Internet geht, kann sich inzwischen auch Android-Apps herunterladen. Sie machen das Handy zur Bitcoin-Geldbörse. Zum Bezahlen generiert die Software des Empfängers eine Rechnung in Form eines QR-Codes. Sobald der Sender diesen Code mit der Handykamera einscannt, verschickt die Software via Internet das Geld zur Bitcoin-Adresse des Empfängers. Vorsicht: Die Programme sind noch in der Entwicklung und können fehlerhaft sein. Darum sollten sie allenfalls zur Übertragung kleiner Geldsummen genutzt werden. Für das iPhone gibt es bisher noch keine Bezahl-Apps, aber Programme wie Bitcoin App, die aktuelle Kursverläufe darstellen.


Von

dpa

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