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15.01.2004

11:01 Uhr

Sorge geäußert

Euro bleibt unter Druck

Die jüngsten Aussagen europäischer Zentralbanker und Politiker zur Entwicklung des Euro haben den Kurs der Gemeinschaftswährung am Donnerstag erneut gedrückt. Am Vormittag lag der Euro bei 1,2625 Dollar, nach einem Stand von 1,2643 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag.

HB FRANKFURT. „Der Markt reagiert auf die Tatsache, dass die europäischen Behörden endlich aufgewacht sind und ihrer Besorgnis über die Geschwindigkeit der Euro-Aufwertung Ausdruck verliehen haben“, sagte Devisenstratege Adam Cole von Credit Agricole Indosuez. Am Montag hatte sich Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), beunruhigt über die Entwicklung der Wechselkurse geäußert.

Vor diesem Hintergrund warteten die Anleger gespannt auf das für Anfang Februar geplante Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben größten Industrienationen (G7). „Das Schreckgespenst, dass die G7 mit etwas um die Ecke kommt, hält die Leute in Atem“, sagte Mitsuo Imaizumi, Deputy General Manager of International Bonds and Forex bei Daiwa Securities SMBC. In den vergangenen Tagen waren am Markt Spekulationen aufgekommen, die G7-Staaten könnten Maßnahmen zur Stabilisierung der Wechselkurse beschließen.

Ein deutscher Händler rechnet aber allenfalls mit verbalen Interventionen: „Nach dem überraschenden Rückgang des US-Handelsbilanzdefiztes für November hat sich die Lage etwas entspannt.“ Die Zweifel vieler Anleger an der Finanzierbarkeit der US-Defizite bei Leistungsbilanz, in deren Berechnung die Handelsbilanz einfließt, und Haushalt waren in den vergangenen Monaten ein Hauptgrund für die Dollar-Schwäche. Insgesamt verlief das Geschäft am Devisenmarkt nach Aussagen von Marktteilnehmern aber sehr ruhig. Viele Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten am Nachmittag (MEZ) zurück.

Auf Grund der anhaltenden Spekulationen um weitere Interventionen blieb der Dollar/Yen-Kurs am Donnerstag dagegen fast unverändert bei 106,15 Yen. Japanische Regierungsvertreter hatten in den vergangenen Tagen wiederholt angesichts der robusten US-Konjunktur den Dollar-Verfall als übertrieben bezeichnet und Maßnahmen angekündigt, um plötzliche Kursbewegungen am Devisenmarkt zu verhindern. In den vergangenen Monaten hat die Bank von Japan bereits mehrfach Yen gegen Dollar verkauft, um eine weitere Aufwertung ihrer Währung zu verhindern und der exportlastigen eigenen Wirtschaft zu helfen.

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