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11.01.2011

07:47 Uhr

Sorge um Portugal

Japan-Hilfe stützt Euro nur ein wenig

Die Länder der Euro-Zone können sich der Unterstützung aus Asien gewiss sein. Nach China hat nun auch Japan angekündigt, europäische Anleihen kaufen zu wollen. Dem Euro hilft das ein wenig auf die Sprünge, die Marke von 1,30 Dollar erreicht er aber nicht. Und die anstehenden Anleiheauktionen europäischer Länder könnten die Gemeinschaftswährung schnell wieder zurückwerfen.

HB DÜSSELDORF. Japans Schützenhilfe für die schuldengeplagte Euro-Zone hat am Devisenmarkt keinen Jubel ausgelöst. Anleger zeigten sich am Dienstag wenig beeindruckt von der Ankündigung Japans, 20 Prozent der für Ende Januar geplanten Anleihen-Platzierung zu zeichnen, die die neue Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) plant. Der Euro legte am Dienstagmorgen zunächst zu, lag am Nachmittag aber wieder auf dem Niveau vom Montag bei 1,2960 Dollar.

Händler hatten zunächst angenommen, dass Japan frisches Geld in die Hand nimmt, um der europäischen Gemeinschaftswährung unter die Arme zu greifen. Als später klar wurde, dass Japan das Geld für den Anleihen-Kauf aus seinen bereits bestehenden Euro-Reserven nimmt, zeigten sich Anleger enttäuscht. „Das wird eher als Umschichtung gesehen“, sagte Währungsstratege Chris Turner von ING. „Einerseits macht der Schritt Japans zwar Mut, aber die EFSF ist finanziell gut ausgestattet und die Anleihen werden mit der Bestnote AAA bewertet. Es gab also niemals die Sorge, dass die Anleihen keine Käufer finden würden.“

Manche Experten sehen in der Ankündigung Japans auch eine Art Wiedergutmachung, nachdem sich das asiatische Land durch massive Eingriffe in den Devisenmarkt kürzlich den Zorn anderer Industriestaaten auf sich gezogen hatte.

Analysten gehen davon aus, dass der Euro ungeachtet der Ankündigung Japans wieder nachgeben wird, wenn bei der Auktion von Anleihen aus Portugal, Spanien und Italien in dieser Woche die Nachfrage enttäuschend ausfallen sollte. Den Takt dürfte die am Mittwoch anstehende Auktion Portugals vorgeben. Das Land steht derzeit besonders im Fokus der Finanzmärkte.

Die geforderten Risikoaufschläge für portugiesische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit erhöhten sich zuletzt auf über sieben Prozent. Die richtungsweisende Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit rentiert dagegen aktuell nur mit 2,864 Prozent. Die portugiesische Regierung erklärte am Dienstag erneut, die Haushaltsprobleme ohne Hilfe von außen meistern zu wollen. „Die Äußerungen der Regierung haben heute für etwas Erleichterung gesorgt“, sagte ein Händler.

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