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08.06.2012

16:24 Uhr

Sorgen um Konjunktur

Anleger lassen den Euro fallen

Die Besorgnis über eine Verschärfung der Euro-Krise hat die Währung erneut abrutschen lassen. Konkret befürchten Anleger eine Schwächung der deutschen Konjunktur. Der Euro stand zuletzt bei 1,245 Dollar.

Der Euro hat die Kursverluste zum Dollar kräftig ausgebaut. dpa

Der Euro hat die Kursverluste zum Dollar kräftig ausgebaut.

Der Euro hat am Freitag nach über Erwarten schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland die Kursverluste des Vortages zum Dollar kräftig ausgebaut. In Deutschland waren die Exporte im April erstmals in diesem Jahr gesunken. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat fiel mehr als doppelt so stark wie erwartet aus. Damit wurden Befürchtungen verstärkt, dass die deutsche Konjunktur durch die Schuldenkrise in der Eurozone geschwächt wird.

Die deutschen Exporte gingen um 1,7 Prozent zurück, die Erwartung von Ökonomen in einer Umfrage von Bloomberg News lag bei minus 0,7 Prozent. Im März hatten die Ausfuhren um revidiert 0,8 Prozent zugelegt. Darüber hinaus ist in Italien die Industrieproduktion im April um 1,9 Prozent zurückgegangen, das war fast viermal stärker als erwartet.

“Der Boden in Europa schwankt immer noch und es gibt immer noch Probleme”, sagte Alex Sinton, Direktor Devisenhandel für Institutionelle bei der Australia & New Zealand Banking Group Ltd. in Auckland. “Der Euro hatte eine Korrektur-Rally. Jetzt dürfte er unter weiteren Druck kommen”, ergänzte er.

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,2452 Dollar gehandelt, das waren 0,9 Prozent schwächer. Am Donnerstag war die Devise zeitweise noch auf mehr als 1,26 Dollar gestiegen, konnte diese Marke jedoch nicht behaupten.

“Die Zinssenkung in China hat nicht ausgereicht, um den Risikoappetit anzuregen”, sagte Masakazu Sato, Devisenberater bei Gaitame Online Co. in Tokio, “die Situation in Europa hat sich nicht verändert. Yen und Dollar werden als sichere Anlagen gekauft”. Ian Stannard, Leiter Zinsstrategie Europa bei Morgan Stanley in London, sagte: Wir bleiben pessimistisch gestimmt für den Euro. Er muss noch viel weiter fallen.” Seine Kursprognose für den Euro zum Jahresende liegt bei 1,19 Dollar.

Der japanische Yen kletterte um 1,2 Prozent gegenüber dem Euro auf 98,88 Yen. Zum Dollar stieg der Yen 0,3 Prozent auf 79,40 Yen. Die relative Sicherheit des Yen war auch angesichts der Kursverluste an den Aktienbörsen wieder gefragt. Der Schweizer Franken war kaum verändert zum Euro bei 1,2011 Franken und gab 0,9 Prozent gegenüber dem Dollar nach auf 96,45 Rappen.

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