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04.03.2014

11:27 Uhr

Sotheby's

Zahlungsausfall beim teuersten Diamanten

Bei einer Auktion von Sotheby's ersteigerte ein New Yorker Diamantenschneider den teuersten Edelstein aller Zeiten. Drei Monate später stellt sich heraus: Der Käufer kann nicht zahlen.

Der rosa Diamant besteht aus 59,6-Karat und erzielte einen Preis von 83,2 Millionen Dollar. dpa

Der rosa Diamant besteht aus 59,6-Karat und erzielte einen Preis von 83,2 Millionen Dollar.

New York Ein New Yorker Diamantenschneider setzte sich im November gegen drei seiner Konkurrenten durch, um den teuersten Edelstein der Welt zu ersteigern. Doch er Käufer kann nicht zahlen. Der 59,6-Karat-Diamant erzielte einen Preis von 83,2 Millionen Dollar (60,3 Millionen Euro) in einer Transaktion, die von Sotheby's garantiert wurde. Wegen des Zahlungsausfalls des Käufers hat das Auktionshaus den Edelstein nun selbst erworben, wie es vor kurzem erklärte. In den Beständen von Sotheby's wird der Diamant mit rund 72 Millionen Dollar geführt.

“Wir befinden uns im Moment in Gesprächen mit dem Käufer, während wir aber auch Alternativen in Erwägung ziehen”, erklärte Patrick McClymont, der Finanzchef des Auktionshauses, “in der Zwischenzeit fühlen wir uns mit unserer Bewertung wohl und sehen echten Wert darin, den Diamanten zu diesem Preis zu besitzen.” Die ursprüngliche Versteigerung vom 13. November 2013 wurde als Markt-Aufschwung und als öffentlichkeitswirksamer Erfolg von Sotheby' gesehen.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Das Auktionshaus selbst war zuvor von Investoren unter Druck gesetzt worden - unter anderem von dem Hedgefondsmanager und Milliardär Dan Loeb. Er hatte im Oktober den Rücktritt von Sotheby's-Chef William Ruprecht gefordert sowie den internen Betrieb des Auktionshauses kritisiert.

Im Januar erklärte das Auktionshaus, es werde eine Sonder- Dividende im Gesamtvolumen von 300 Millionen Dollar ausschütten und möglicherweise einige Immobilien verkaufen. So solle mehr Geld an Aktionäre fließen. “Die Rücknahme des garantierten Diamanten belastet die Umsätze”, meinte Analyst David Schick von Stifel Financial Corp. Er mache sich aber keine Sorgen um den Verkauf des rosafarbenen Diamanten.

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