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13.01.2011

13:38 Uhr

Spekulanten treiben Preis

Öl kratzt an 100-Dollar-Marke

Der Ölpreis steigt und steigt. Inzwischen liegt er auf dem höchsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise im September 2008. Mit einer fundamental begründeten Nachfragesteigerung ist der Anstieg aber nicht zu erklären. Vielmehr scheinen Spekulanten am Werk.

Der Ölpreis wird in neue Höhen getrieben Quelle: dpa

Der Ölpreis wird in neue Höhen getrieben

HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Der Brent-Ölpreis nimmt Anlauf auf die 100-Dollar-Marke. Am Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte am Donnerstag 98,49 Dollar und damit 37 Cent mehr als am Vortag. Im späten Mittwochshandel war der Brent-Ölpreis zeitweise auf knapp 99 Dollar und damit den höchsten Stand seit September 2008 gesprungen. Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich hingegen im Mittagshandel um 27 Cent auf 91,59 Dollar.

Nach Einschätzung von Experten bestimmen spekulative Anleger das Geschehen an den Ölmärkten. Mit "fundamentalen Faktoren" wie etwa steigender Nachfrage oder einer Verknappung des Agebots lasse sich der Anstieg des Preises für Brent-Öl nicht erklären, hieß es in einer Einschätzung der Commerzbank. Vielmehr würden die Ölpreise derzeit von der freundlichen Stimmung an den Aktienmärkten mit nach oben gezogen.

Vor diesem Hintergrund spielte die Inbetriebnahme einer wichtigen Öl-Pipeline in den USA kaum eine Rolle für die Entwicklung der Ölpreise. "Derzeit schaut der Markt nur auf preistreibende Faktoren", urteilte die Commerzbank. In Alaska ist eine der wichtigsten Öl- Pipelines der Vereinigten Staaten nach einem Leck wieder in Betrieb genommen worden. Die "Trans Alaska Pipeline" befördert nach Angaben der Betreiberfirma vorerst nur etwa zwei Drittel der üblichen Menge. Am vergangenen Samstag musste die Pipeline wegen eines Lecks für vier Tage geschlossen werden.

Schließlich ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erneut deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 94,23 Dollar. Das waren 1,31 Dollar mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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