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03.03.2011

17:01 Uhr

Spekulationen auf Zinserhöhung

Euro kratzt an 1,40-Dollar-Marke

Dass die EZB den Leitzins erhöht, scheint nur noch eine Frage der Zeit. Dem Euro geben die Spekulationen Auftrieb. Die Gemeinschaftswährung nimmt Kurs auf die Marke von 1,40-Dollar.

Der Euro rutscht unter 1,45 Dollar. Quelle: dpa

Der Euro rutscht unter 1,45 Dollar.

FrankfurtMit seiner Andeutung einer Zinserhöhung im kommenden Monat hat EZB-Chef Jean-Claude Trichet dem Euro am Donnerstag kräftig Auftrieb gegeben. Die Gemeinschaftswährung stieg auf bis zu 1,3970 Dollar und war damit so teuer wie seit vier Monaten nicht mehr. Im Gegenzug verdoppelte der Bund-Future seine Kursverluste und notierte 82 Ticks schwächer bei 123,05 Punkten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte angesichts des hohen Inflationsdrucks unter anderem gesagt, ein Zinsschritt sei bei der kommenden Sitzung im April möglich. Sicher sei dies allerdings nicht.

Außerdem stehe die Euro-Zone nicht vor einer Zinserhöhungsserie. Zuvor hatte er bereits betont, dass wegen der Inflationsgefahren "starke Wachsamkeit" angemessen sei. Dies gilt als Zeichen für eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung.

"Viel deutlicher geht es ja gar nicht mehr", sagte LBBW-Analyst Jens-Oliver Niklasch. "Höchstens außergewöhnliche Umstände könnten dies noch verhindern. Dies könnten ein Aufflammen der Eurokrise in einigen Peripheriestaaten oder Folgen der Unruhen in Nordafrika sein."

"Die Anti-Inflations-Rhethorik von EZB-Chef Jean-Claude Trichet ist ziemlich scharf", sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. "Er sendet Signale, dass die Inflation als Problem wahrgenommen wird, und er bereitet die Märkte damit offenbar auf eine frühere Zinserhöhung vor."

Der klare Hinweis von EZB-Präsident Trichet auf eine schnelle Zinserhöhung habe die Finanzmärkte überrascht, sagte der Devisenexperten Thomas Amend von der HSBC Trinkaus-Bank. Die Märkte hätten bisher fest mit Zinserhöhungen frühestens ab Herbst gerechnet. Kurzfristig werde der Euro die aktuellen Kursgewinne wohl nicht ganz halten können, sagte Amend weiter. Mit Blick auf die kommenden Wochen zeigte sich der Devisenexperte aber optimistischer für die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung. Dann rechnet er wieder mit Kursen über der Marke von 1,40 Dollar.

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