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04.09.2012

12:51 Uhr

Spekulationen

Draghi lässt den Ölpreis steigen

Nach den jüngsten Äußerungen von Mario Draghi erwarten Händler ein starkes Wachstumsprogramm von der EZB. An den Märkten gibt es deshalb jede Menge Spekulationen. Diese lassen nicht aber nur den Ölpreis steigen.

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma, USA dpa

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma, USA

Spekulationen auf frisches Geld von den Zentralbanken haben die Rohstoffmärkte am Dienstag bewegt. Der Ölpreis zog den dritten Tag in Folge an, Metall- und Goldpreise verteidigten ihre jüngsten Zuschläge.

Investoren gehen angesichts der trüben Konjunkturperspektiven davon aus, dass die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbank der Volksrepublik China (PBOC) in Kürze ihre Geldpolitik weiter lockern werden. Im besonderen Fokus steht derzeit die EZB, da sie am Donnerstag ihre Pläne erläutern will. Anleger erhoffen sich konkrete Aussagen zu einem neuen Anleihenkaufprogramm. Trotz der Kritik von deutscher Seite hatte EZB-Chef Mario Draghi am Montag seine Pläne wiederholt verteidigt: Der Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Krisenstaaten mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren sei keine Finanzierungshilfe für den Staat, betonte der Zentralbanker.

Europäisches Brent-Öl wurde um 116,35 Dollar je Fass gehandelt; das war 55 Cent teurer als im späten Vortagesgeschäft. Amerikanisches WTI-Öl zog um 65 Cent auf 97,12 Dollar an.

Die Aussicht auf den Zufluss frischen Geldes unterstützte auch die Metallpreise. Die Tonne Kupfer kostete kaum verändert 7665 Dollar. Die Sorge vor einer deutlich sinkenden Nachfrage aus dem wichtigsten Abnehmerland China hat den Kupferpreis in den vergangenen vier Monaten um zehn Prozent fallen lassen.

Gold kostete 1693 Dollar je Feinunze und damit etwas mehr als im späten Vortagesgeschäft. Damit handelt das Edelmetall nur noch knapp unter 1700 Dollar - ein Preis, der zuletzt im März gezahlt worden ist. Aus Sorge vor einer Abwertung des Dollar, sollte die Fed die Notenpresse erneut anwerfen, hat das Edelmetall in den vergangenen Wochen deutlich an Attraktivität gewonnen. Allein seit Anfang Juli stieg der Preis um knapp neun Prozent.

Noch stärker war das Plus bei Silber. Die Feinunze kostete 32,10 Dollar, das ist für die vergangenen zwei Monate ein Aufschlag von 17 Prozent. Den im Vergleich zum Gold überproportionalen Preisanstieg führen die Analysten der Commerzbank vor allem auf spekulative Finanzanleger zurück. "Darüber hinaus haben auch die Verkäufe von Silbermünzen in den USA zuletzt wieder angezogen", schrieben sie in einem Kommentar. Mit 2,87 Millionen Unzen seien im August rund ein Viertel mehr Silbermünzen abgesetzt worden als noch im Monat zuvor.

Kommentare (5)

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Leopold

04.09.2012, 10:30 Uhr

Showdown
Jetzt zeigt es sich ob Deutschland in Brüssel noch etwas zu sagen hat. Siegt Brüssel, d.h. Draghi oder Deutschland? Schäuble hat den Aufkauf von Staatsanleihen abgelehnt und Merkel hat auf die Aufgaben der EZB verwiesen. Beginnt Draghi mit seiner Schuldenstaaten-Finanzierung ist nachgewiesen, dass Deutschland in der EU nichts mehr zu sagen hat. Nur zu zahlen!

Urdemokrat

04.09.2012, 11:33 Uhr

Wachstumsprogramm??

Wir schlittern gerade in eine Finanzdiktatur: nicht gewählte Eurokraten schütten Billionen an die Geldindustrie aus, die sich schamlos bei der Lösung der Welteiten Probleme zurückhält ("Der Trog ist voll mit Wasser, aber die Pferde saufen nicht" stand hier zuletzt).

Die Billionen von Dollars und Euros die nicht investiert werden sondern Kapitalerträge erwirtschaften sollen sind das Hauptproblem weltweit! Mit Ihnen könnte unser Planet zu einem funkendeln Juwel aufsteigen, doch die persönliche Geldgier der oberen 10.000 verhindert das. Und Draghi hat den Kopf schon geölt um ihn ihnen in den Allerwertesten zu stecken.

Account gelöscht!

04.09.2012, 11:54 Uhr

Wie lange laufen eigentlich die Verträge noch, nach denen das Öl immer in Dollar abgerechnet wird?
Oder gibt es dazu ein "Weltgesetz"?

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