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31.01.2005

13:54 Uhr

Spekulative Marktteilnehmer fahren ihre Positionen zurück

Opec-Beschluss setzt Rohölpreise unter Druck

VonRegine Palm

Die Rohölpreise haben zum Wochenbeginn den Rückwärtsgang eingelegt. Das für Europa maßgebliche Brentöl fiel zeitweise unter 44 Dollar je Barrel. Am Freitag hatte es noch rund einen Dollar mehr gekostet; ein Barrel entspricht 159 Liter. Die Märkte reagierten damit auf den Beschluss der Organisation Erdöl produzierender Staaten (Opec) vom Sonntag in Wien.

DÜSSELDORF. Das Ölkartell hatte beschlossen, seine Förderquote von 27 Mill. Barrel am Tag unverändert beizubehalten. Mitglieder der Opec betonten aber gestern erneut, dass sie kurzfristig die Fördermenge reduzieren werden, sollten die Ölpreise fallen. „Es hängt nun davon ab, wie die Märkte reagieren“, sagte Qatars Ölminister Abdullah al-Attiyah der Nachrichtenagentur Reuters. Ohne größere Marktwirkung blieb bislang der Beschluss der Opec, ihr offiziell immer noch angestrebtes Preisband von 22 bis 28 Dollar außer Kraft zu setzen. Das Kartell hat sein nächstes Treffen für den 16. März in Isfahan, Iran, angesetzt. Sollte es bis dahin zu einem Preissturz kommen, wollen die Ölminister eine Telefonkonferenz einberufen.

Nach Einschätzung von Melanie Fischinger, Rohstoffexpertin der Commerzbank, hat vor der Opec-Sitzung vor allem auch Spekulation die Preise nach oben getrieben. Eine erhebliche Rolle habe dabei die Unsicherheit vor der Wahl im Irak gespielt. Positiv wirke nun der relativ friedliche Verlauf der Wahl. Die Commerzbank-Expertin sieht allerdings noch nicht den „Durchbruch nach unten“. Dafür sei es noch zu früh. „Aber es geht in die richtige Richtung“, sagt Fischinger.

Auch Kevin Norrish von Barclays Capital führt den jüngsten Preisanstieg auf Spekulation zurück. „Im Vorfeld dieses wichtigen Wochenendes hat es spekulative Interessen gegeben, doch eine erhebliche Zahl dieser Positionen wurden liquidiert“ sagte Kevin Norrish, Analyst von Barclays Capital.

Die weitere Preistendenz hängt nun vor allem von der Entwicklung der amerikanischen Lagerbestandsdaten ab, meint Melanie Fischinger. Dabei sind „Übertreibungen nach unten nicht ausgeschlossen“, so die Expertin.

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