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19.06.2015

12:31 Uhr

Staatsfinanzen

IWF-Rate Griechenlands = 47 Tonnen Gold

Griechenland verfügt über 112,5 Tonnen Goldreserven. Trotz Staatsschuldenkrise wird das Land den Schatz wohl nicht verkaufen, erwartet die Commerzbank. Schließlich könne das Metall Basis einer neuen Währung werden.

Touristen kaufen gerne Schmuck in Griechenland. Die Notreserven der Zentralbank bleiben aber wohl unangetastet. Imago

Goldhändler auf Rhodos

Touristen kaufen gerne Schmuck in Griechenland. Die Notreserven der Zentralbank bleiben aber wohl unangetastet.

FrankfurtGriechenland wird seine Goldreserven im Wert von etwa 3,8 Milliarden Euro wohl nicht verkaufen, da dies eine Staatspleite allenfalls herauszögern würde, schreiben Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Marktbericht zu dem Edelmetall.

Der Goldpreis würde vermutlich fallen, sollte Griechenland auf dem offenen Markt Gold verkaufen, so die Analysten weiter. Doch ein solcher Verkauf würde wohl gegen ein Abkommen der europäischen Notenbanken zum Umgang mit den eigenen Goldreserven verstoßen. Denn darin verpflichtet sich auch die griechische Zentralbank unter anderem dazu, Goldtransaktionen nur marktschonend zu gestalten.

Frisches Geld könnte einfacher durch den Verkauf des Goldes an andere Zentralbanken, an den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder durch Verleih-Geschäfte fließen. Als Interessent für eine große Goldmenge führen die Commerzbank-Experten die chinesische Zentralbank an.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Griechenland bewegt sich auf ein Ausscheiden aus dem Euro zu. Gespräche der Euro-Finanzminister am Donnerstag endeten ergebnislos. Auf einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs am Montag könnte noch ein Kompromiss gefunden werden. Ein drängendes Problem ist eine Zahlung an den IWF. Spätestens am 30. Juni sind dort 1,5 Milliarden Euro fällig.

Kommentare (4)

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Frau Ich Kritisch

19.06.2015, 13:32 Uhr

die Rate für den IWF hat Griechenland schon längst. T-Bills Verkäufe an die eigenen Banken - die holen sich das Geld von ihrer Zentralbank und die dann von der EZB.

Herr Jordache Gehrli

19.06.2015, 14:17 Uhr

...genau so ist es. Deswegen grinst der Herr Tsirpas ja auch immer so fröhlich vor sich hin....

Herr Helmut Metz

19.06.2015, 15:06 Uhr

Endlich mal ein Artikel, der zur Sache kommt. Prima.
So ist es nämlich: der Staat hat sich in LUFTGELD verschuldet und soll dafür REALWERTE zurückzahlen. Damit würde das Land letztlich komplett ausgeplündert und hätte nicht die geringste Chance, in absehbarer Zeit wieder auf die Beine zu kommen.
Wenn die Griechen nur einen Funken Verstand haben, dann werden sie genau das nicht zulassen. Denn ohne Wertdeckung würde eine mögliche Neo-Drachme innerhalb kürzester Zeit in die Hyperinflation gehen.

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