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05.01.2012

14:01 Uhr

Staatsverschuldung

Forint sinkt auf Rekordtief

Während die ungarische Währung weiter absackt, erleben Kreditausfallversicherungen auf die Staatsanleihen des Landes einen Höhenflug. Der Ruf nach einer Einigung in den IWF-Kreditgesprächen wird lauter.

Der Forint gerät immer stärker unter Druck. Reuters

Der Forint gerät immer stärker unter Druck.

FrankfurtDie Furcht vor einer Zahlungsunfähigkeit Ungarns hat am Donnerstag weiter zugenommen. Die Währung des Landes fiel den zweiten Tag in Folge auf ein Rekordtief zum Euro. Gleichzeitig stiegen die Kosten für die Absicherung ungarischer Staatsanleihen per Credit Default Swaps (CDS) auf einen neuen Höchstwert. „Es gibt nur zwei Akteure, die diese Entwicklung stoppen können“, sagte ein Börsianer. „Die Notenbank mit einer Intervention oder Zinserhöhung und die Regierung, indem sie sich mit dem IWF einigt.“

Ungarn bemüht sich beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union um dringend benötigte Hilfskredite, um die heimischen Finanzmärkte zu stützen. Viele ungarische Lokalregierungen und Privatleute, die in den vergangenen Jahren Fremdwährungskredite aufgenommen haben, sind wegen des rapiden Kursverfalls des Forint überschuldet. Allerdings wurden die Gespräche wegen umstrittener Verfassungsänderungen vorerst auf Eis gelegt. Ungarn signalisierte inzwischen aber Kompromissbereitschaft.

Ein Euro verteuerte sich am Donnerstag um bis zu 1,2 Prozent auf 324,10 Forint. Ein Dollar kostete mit zeitweise 251,98 Forint so viel wie zuletzt im März 2009. Die Renditen der fünf- und zehnjährigen Anleihen lagen mit jeweils rund 10,7 Prozent auf einem Zweieinhalb-Jahres-Hoch. Die Absicherung eines zehn Millionen Forint schweren Pakets ungarischer Bonds verteuerte sich um 38.000 auf 754.000 Forint.

Der Budapester Aktienindex verlor in der Spitze vier Prozent auf 16.454,24 Punkte. Damit summiert sich das Minus seit Jahresanfang auf sieben Prozent. Das ist der schlechteste Jahresauftakt seiner Geschichte.

 

Von

rtr

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