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09.09.2011

15:58 Uhr

Stark-Rücktritt

EZB-Führungskrise stürzt Euro auf Halbjahrestief

Neuer Nackenschlag für den Euro. Gerüchten zufolge steht das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark unmittelbar vor dem Rücktritt. Für Investoren ein Warnsignal. Sie flüchten aus der Gemeinschaftswährung.

EU-Politiker feilen weiter an einer Rettung des Euros. dpa

EU-Politiker feilen weiter an einer Rettung des Euros.

FrankfurtDer Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat den Kurs des Euros auf den tiefsten Stand seit mehr als sechs Monaten gedrückt. Nachdem sie bereits in den vergangenen Tagen kräftig nachgegeben hatte, rutschte die Gemeinschaftswährung in der Spitze bis auf 1,3697 Dollar ab.

Nach Angaben der EZB legt Stark sein Amt "aus persönlichen Gründen" nieder. Allerdings galt das deutsche Direktoriumsmitglied als Gegner der Staatsanleihenkäufe, zu der sich die Notenbank in der europäische Schuldenkrise entschieden hat.

Sorgen über die Schuldenkrise, die Warnung von EZB-Chef Jean-Claude Trichet vor einer deutlichen Konjunkturabschwächung in der Euro-Zone sowie die angekündigte Zinspause der Notenbank hatten den Euro bereits am Donnerstag belastet. Am Freitagmorgen setzte sich der Kursrutsch fort, die Gemeinschaftswährung fiel in Richtung 1,38 Dollar. Mit dem Auftreten der ersten Gerüchte um Stark beschleunigte sich die Talfahrt.

Die neu entfachte Unsicherheit in der Euro-Zone verstärkte den Run auf deutsche Bundesanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel am Nachmittag auf ein Rekordtief von 1,79 Prozent, der Bund-Future stieg um fast ein Prozent auf 137,70 Punkte. Auf der anderen Seite kehrten Anleger den Staatsanleihen aus der europäischen Provinz den Rücken. Die Rendite zehnjähriger griechischer Anleihen stieg auf 18,39 Prozent, italienische Bonds gleicher Laufzeit rentierten mit 5,46 und spanische mit 5,15 Prozent.

 

Von

rtr

Kommentare (7)

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Adolf

09.09.2011, 12:59 Uhr

Was im Euroraum verändert werden müsste:
wichtig wäre dass der Geldtransfer über die Leistungsbilanzüberschüsse nach Deutschland und ein paar andere Länder aufhört.
Die jetzige Verträge schützen die Industrie der wirtschaftlich schwache Euroländer nicht genug.
Diese Verträge könnten nur funktionieren wenn alle Euroländer gleich stark wären und gleiche natürliche Standortvorteile hätten. Das ist aber bei weitem nicht der Fall.
Man kann sich das so vorstellen, eine Familie sitzt am Esstisch und jeder bedient sich so wie er kann und nach Kräfte. Da würden einige sicher verhungern und andere sich fett-fressen.
Die Verantwortliche müssten schnellst diese Missstände beseitigen und dafür sorgen dass sich die Wirtschaft in allen Euroländer konvergent einwickelt.

bonEuros

09.09.2011, 17:31 Uhr

Unsere Regierung sollte mal erklaeren wieso Eurobonds keine eine Loesung sein sollten , wenn diese doch als eine moegliche Loesung gehandelt werden . Derzeit testet der Markt die Schmerzgrenze der Deutschen Regierungspolitik .
Glaubwuerdigkeit ist ein Problem geworden .

Endzeit

09.09.2011, 18:20 Uhr

Und hier noch gleich etwas vom "geplanten" linientreuen Nachfolger. Überall wo unser Geld verbrannt wurde und wird, da hält er sich auf:

http://www.youtube.com/watch?v=ht3ZFKvKkqI

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