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15.03.2013

12:20 Uhr

Starke Währung

Schweden leidet unter starker Krone

Die schwedische Krone steigt und steigt und vermiest den Unternehmen das Exportgeschäft. Regierung und Notenbank wollen nicht eingreifen. Die großen Exporteure müssen sich damit arrangieren – zu Lasten der Beschäftigten.

Lkw mit Autos von Volvo: Die schwedische Firme hat bereits tausende Stellen gestrichen. dpa

Lkw mit Autos von Volvo: Die schwedische Firme hat bereits tausende Stellen gestrichen.

StockholmDie schwedische Exportwirtschaft warnt vor zusätzlichen Stellenstreichungen, wenn die Krone weiter so stark bleibt. Zentralbank und Regierung sehen dagegen keine Notwendigkeit, sich gegen die Stärke der Währung zu stemmen. Wer wird am Ende die Oberhand behalten?

Die Schwedenkrone hat seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im März 2009 rund 40 Prozent gegenüber dem Euro zugelegt. Dadurch verteuern sich die schwedischen Exporte in den Euroraum. Einige schwedische Unternehmen sagen, sie könnten auf dem Niveau nicht mehr kostendeckend wirtschaften.

„Dies ist ein Phänomen, das sich auf die gesamte schwedische Exportwirtschaft auswirkt“, sagt Jan Johansson, Vorstandsvorsitzender von Svenska Cellulosa, Europas größtem Hersteller von Papiertaschentüchern, in Stockholm. „Die Folge ist nun, dass wir die Kosten senken und die Mitarbeiterzahl verringern müssen, so stark wir können. Es trifft also die Beschäftigten.“

In diesem Jahr hat sich die schwedische Krone unter allen Weltwährungen mit am stärksten entwickelt, das zeigen Daten von Bloomberg. Sie stieg gegenüber dem Euro um 2,7 Prozent. Experten der Danske Bank schätzen, dass der Kurs weiter zulegen wird, da Notenbankchef Stefan Ingves und Finanzminister Anders Borg den Investoren versichert haben, sie würden sich auf keinen Währungskrieg einlassen, um die Wettbewerbsfähigkeit im Außenhandel zu stärken. Die Exportwirtschaft muss dieses Problem nun selbst lösen.

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Weltweit setzen Regierungen und Notenbanken alles daran, ihre Währung zu schwächen.

Auf Exporte entfällt die Hälfte der volkswirtschaftlichen Leistung Schwedens; 70 Prozent der Exporte gehen in europäische Länder. Die Arbeitslosigkeit in der größten skandinavischen Volkswirtschaft wird nach Angaben der Zentralbank auf 8,1 Prozent (nach 7,7 Prozent im Jahr zuvor) steigen. Zum Vergleich: Im Nachbarland Norwegen ist die Quote nur halb so hoch. Einige der größten Unternehmen des Landes haben wegen des starken Wechselkurses bereits tausende Stellen gestrichen, darunter Ericsson, der weltgrößte Netzwerkausrüster, sowie der Autobauer Volvo.

Kommentare (3)

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Heidi

15.03.2013, 13:23 Uhr

Och - spätestens bei rund 8,50 wird doch immer interveniert... das weis doch Jeder der den Chart auch nur grob im Auge hat...

Account gelöscht!

15.03.2013, 14:30 Uhr

Wieder diese Halbwahrheiten bzw. das Geplapper, das man sich schon von der/den Bundesregierungen in den letzten Jahren anhören musste:

"..zu Lasten der Beschäftigten.."

Die Beschäftigten profitieren bei jedem Importgut - und das dürften viele sein - von der starken Währung, genauso wie bei jedem Urlaub!

In Deutschland war es jahrzehntelang gut und selbstverständlich eine starke Währung zu haben. Litt die Wirtschaft darunter? Nein, sie florierte. Und nun soll alles anders sein?

wieder_nichts_als_Propaganda

20.03.2013, 20:44 Uhr

Ach was muss das schrecklich sein, wenn man eine Währung hat, die auch Kaufkraft besitzt!!

Einfach nur fürchterlich!

Am besten fangen wir jetzt alle an unsere Währungen abzuwerten, zuerst die Amis, dann die Japaner, dann sind wir in Europa mit dem starken Euro ganz schwer am Leiden, deswegen werten wir dann auch ab, dann werten die Staaten Mittel- und Südamerikas ab und danach die Australier und dann die Chinesen, obwohl diese plattnasigen Teufel ja eigentlich mal ihre Währung gefälligst aufwerten sollten, und dann wertet die Schweiz auch ab und dann die Russen und dann aber vielleicht auch nur dann, fragt sich mal irgendein Wirtschaftsexperte (Der Prof. Pofinger wirds aber bestimmt nicht sein!) was der ganze Schwachsinn gebracht hat...

:)
--Propaganda an--
merkt euch: Harte Währungen = böse, Sparen = noch viel böser!
Krefdit finanziertes Wachstum bei ca. 0,0% Leitzinsen = Super gut + Nachhaltig, nur so funktioniert die Wirtschaft!! --Propaganda aus--

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