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14.01.2010

16:55 Uhr

„Starker Dollar wichtig“

EZB-Präsident schwächt den Euro

Neue Sorgen über Griechenland sowie Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zur Stärke des Dollars haben den Euro zurückgeworfen. Die Marke von 1,45 Dollar konnte die Gemeinschaftswährung nicht halten.

HB FRANKFURT. Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet über einen starken Dollar und die fortdauernden Sorgen über die finanzielle Stabilität Griechenlands haben Händlern zufolge den Euro am Donnerstag gebremst. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,4480 Dollar nach 1,4511 Dollar im späten Vortagesgeschäft.

Trichet hatte gesagt, ein starker Dollar sei wichtig und er unterstütze entsprechende Kommentare des Chefs der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke. Analysten zufolge ist diese Position zwar nicht neu, ihre Wiederholung habe dennoch den Dollar gestärkt. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins wie vom Markt erwartet bei einem Prozent belassen.

Etwas gebremst wurde der Anstieg der US-Währung vom überraschenden Rückgang der US-Einzelhandelsumsätze im Dezember. "Das Szenario einer allmählichen Konjunkturerholung bleibt ungeachtet der Enttäuschungen bestehen", kommentierte Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf.

Deutliche Bewegungen an den Devisenmärkten erwarten Experten erst wieder, wenn die US-Bilanzsaison deutlich Fahrt aufnimmt. Commerzbank-Analystin Antje Praefcke sieht den Euro bis dahin in einer Handelsspanne von 1,42 bis 1,46 Dollar. "Man wartet ab, ob die Daten die Erwartung unterstützen, dass die US-Zinsen bereits früher als gedacht steigen", sagte Praefcke. "Für den Euro braucht man aber schon gute Argumente, von der EZB kamen keine wichtigen Signale."

Obwohl die griechische Regierung einen Kraftakt zur Haushaltssanierung ankündigte, blieben die Märkte skeptisch. "Das Bemühen der Regierung um Schuldenbegrenzung ist zwar da, doch bleiben eine Reihe von Fragen offen. Anleger wollen mehr Details sehen, wie die Regierung die Ziele zu erreichen gedenkt", sagte Citigroup-Volkswirt Jürgen Michels. Trichet hatte klar gemacht, dass die Regierung des hochverschuldeten südeuropäischen Landes auf keine besondere Behandlung hoffen könne. Auf die Frage nach einem möglichen Austritt des Landes aus der Währungsunion sagte der EZB-Chef: "Absurde Hypothesen kommentiere ich nicht."

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