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27.10.2011

15:00 Uhr

Starker Yen

Japan pumpt weiter Geld in den Markt

Der Höhenflug des Yen hält an und belastet weiter die japanische Wirtschaft. Weil das Land eine strikte Nullzinspolitik fährt, kauft die Notenbank erneut Anleihen in Milliardenhöhe, um das Wachstum abzusichern.

Vor allem Japans Exportwirtschaft leidet unter dem starken Yen. dpa

Vor allem Japans Exportwirtschaft leidet unter dem starken Yen.

TokioJapans Notenbank wirft im Kampf gegen die Yen-Stärke und die Folgen der europäischen Schuldenkrise erneut die Notenpresse an. Das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen werde um fünf Billionen auf 20 Billionen Yen (umgerechnet rund 263 Milliarden Dollar) ausgeweitet, teilte die Bank von Japan (BoJ) mit. Die jüngste geldpolitische Lockerung gab es davor im August. Den Leitzins beließ die Zentralbank nun erneut im Korridor zwischen null und 0,1 Prozent.

Notenbankchef Masaaki Shirakawa räumte ein, dass die Zentralbank in Tokio bei ihrer geldpolitischen Entscheidung auch weit nach Westen blickt: „Wir haben die Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Staatsschuldenprobleme in Europa mitberücksichtigt.“ Die wirtschaftliche Lage in Japan habe sich seit August nicht deutlich verändert, die Situation in Europa hingegen sehr wohl verschärft.

Im Zentralbankrat konnte sich ein Mitglied mit der Forderung nach einer noch weitergehenden Lockerung der Geldpolitik nicht durchsetzen. Obwohl die Notenbank den Umfang ihrer Ankäufe ohnehin stärker ankurbelte als von den Märkten erwartet, gelang es ihr nicht, den für die Exportwirtschaft schädlichen Höhenflug des Yen-Kurses zum Dollar zu stoppen. Finanzminister Jun Azumi wiederholte daher erneut seine Drohung, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Der starke Yen verteuert japanische Produkte im Dollar-Raum, womit Gewinnmargen und Absatzchancen der Exportunternehmen in Übersee gemindert werden.

Die BOJ geht in ihrem Wirtschaftsausblick davon aus, dass die jüngsten Brüsseler Gipfelbeschlüsse zu mehr Finanzstabilität in Europa führen werden. „Aber die Märkte bleiben angespannt, da es noch Unsicherheit über die umzusetzenden Maßnahmen gibt“, heißt es in dem Bericht der Notenbank. Zugleich rechnet sie damit, dass die Weltwirtschaft nach einer Schwächephase mit Hilfe der Schwellenländer aus der Talsohle herauskommen wird.

Von

rtr

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