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01.03.2011

11:42 Uhr

Steigende Preise

Ölrally lockt Spekulanten an

VonJörg Hackhausen, Regine Palm

Die Märkte sorgen sich um mögliche Produktionsausfälle in der ölreichen Golf-Region. Angeblich sind die Öl-Ausfuhren aus Libyen zum Erliegen gekommen. Das lockt immer mehr Spekulanten an.

Besorgnis über Unruhen im Nahen Osten - der Ölpreis steigt weiter. Quelle: ap

Besorgnis über Unruhen im Nahen Osten - der Ölpreis steigt weiter.

Frankfurt, DüsseldorfDie Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten haben den Ölmarkt in Aufruhr versetzt - und locken Spekulanten an. Seit Anfang des Jahres ist der Preis des europäischen Brentöls um rund 20 Prozent gestiegen. Auch heute behauptet Brentöl mit gut 112 Dollar je Barrel (159 Liter) sein hohes Niveau. Rational ist das kaum zu erklären. Denn Öl ist weltweit immer noch reichlich verfügbar. Was den Preis in diesen Tagen in immer neue Höhen treibt, ist die Angst und die Gier

Wetten auf einen steigenden Ölpreis sind bei Hedge-Fonds extrem angesagt. Das zeigen Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), einer US-Behörde, die die Terminmärkte überwacht. Danach kauften spekulativ agierende Investoren in der vergangenen Woche so viele Optionen und Futures auf einen steigenden Ölpreis wie zuletzt im Juni 2006.

Einerseits sorgen sich die Akteure an den Ölmärkten, dass die Produktion in Libyen oder anderen Ländern der ölreichen Golf-Region unterbrochen wird oder sogar ganz ausfallen könnte. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete gestern unter Berufung auf Kreise der Schifffahrtsindustrie, dass derzeit kein Rohöl mehr aus Libyen transportiert werde.

Die Verantwortlichen in wichtigen Förderländern wie Saudi-Arabien beteuern indes, Engpässe seien nicht zu befürchten. Selbst wenn Libyen als Lieferant komplett ausfallen sollte, könne das durch andere Staaten ausgeglichen werden. „Wir sind bereit, einen wachsenden Bedarf unserer Kunden zu bedienen“, sagte Khalid Al-Falih, Chef von Saudi Aramco, der weltweit größten staatlichen Ölgesellschaft. Auch EU-Kommissar Oettinger erklärte, die Versorgung Europas sei nicht gefährdet. Die Ölfirmen hätten erhebliche Vorräte. „Einige Opec-Staaten erhöhen wieder ihr Angebot, das wird den Preisdruck nehmen“, übt sich auch Andreas Utermann, Chef der Fondsgesellschaft der Allianz, in Optimismus.

Doch die Mehrheit der Investoren und Analysten lässt sich bisher nicht beeindrucken. Sie spekulieren darauf, dass der Ölpreis weiter steigen wird. Nach Angaben der CFTC summierten sich die sogenannten Netto-Long-Positionen auf Öl bei spekulativ agierenden Investoren in der vergangenen Woche auf 240.572. Wenn überdurchschnittliche viele Öl-Kontrakte gekauft werden, erwarten viele Investoren einen steigenden Kurs.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.03.2011, 12:59 Uhr

Hier zeigt sich wieder einmal, wie sehr wir am seidenen-Ölfanden hängen. Die Abhängigkeit von dieser Energieressource ist immer noch zu groß. Viel mehr beunruhigt mich aber die Spekulation mit Lebensmitteln an der Chicagoer Börse. Die birgt noch viel mehr Zündstoff in Form von weltweitem Hunger! Dagegen sollte etwas unternommen werden.

Goldmund

09.03.2011, 19:11 Uhr

Mir sind diese Spekulanten einfach zuwider. Sie sind sich für nichts zu schade. auch noch mit Lebensmitteln zu spekulieren; pfui!!! Schade, dass man diese Spezies nicht ausrotten kann. Deren Gier ist einfach unersättlich. Aber auch die Oelkonzerne freut der hohe Oelpreis so ist die Steigerung der Millardengewinne gesichert. Der kleine Verbraucher zahlt die Zeche. Abartig.

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