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31.01.2011

08:32 Uhr

Steigende Verbraucherpreise

Hoffnung auf höhere Zinsen treibt den Euro

Der Euro hat nach einem kurzen Rücksetzer am Freitag wieder Fahrt aufgenommen. Zwar herrscht an den Märkten angesichts der Unruhen in Ägypten weiter Unsicherheit, was tendenziell Währungen wie Dollar, Yen oder Franken stützt. Doch die Sorgen werden überlagert von Spekulationen auf steigende Zinsen in der Euro-Zone.

HB DÜSSELDORF. Die Massenunruhen in Ägypten und die Flucht in den als Krisenwährung geltenden Dollar haben den Euro nur kurzzeitig ins Wanken gebracht. Nach dem Kursrutscher vom Freitag schickten höher als erwartet ausgefallene Verbraucherpreise in der Euro-Zone die Gemeinschaftswährung zum Wochenauftakt auf Erholungskurs. Der Euro stieg um einen US-Cent auf 1,3698 Dollar.

„Die Zahlen befeuern natürlich erneut Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung durch die EZB“, sagte HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris. Auch gegenüber den als sicheren Anlagehäfen geltenden Schweizer Franken und Yen machte die Gemeinschaftswährung wieder Boden wett und kletterte um jeweils 0,9 Prozent. Die Aussicht auf höhere Zinsen macht Anlagen in der der entsprechenden Währung attraktiver.

Am Freitag hatten die Unruhen in Kairo den Euro bis auf 1,3580 Dollar gedrückt. „Der Schock war offenbar nur von kurzer Dauer und die Anleger haben sich schnell wieder den Inflationsdaten zugewandt“, sagte ein Händler.

Die Teuerung in der Euro-Zone hat im Januar zugelegt und dürfte der Europäischen Zentralbank (EZB) damit zunehmende Sorge bereiten. Die Verbraucherpreise zogen im Januar um 2,4 Prozent an - von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg von 2,3 Prozent gerechnet.

Stabile Preise sieht die EZB mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Dass die Frankfurter Notenbanker, die am Donnerstag turnusmäßig zusammenkommen, kurzfristig an der Zinsschraube drehen dürften, glaubt allerdings kaum ein Analyst.

„EZB-Chef Trichet dürfte sich genötigt sehen, die kurzfristigen Inflationsrisiken weiter als hoch einzustufen“, schreibt Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Gleichwohl halten wir es für angebracht, wegen der schwachen Arbeitsmarktverfassung und der Steuererhöhungen in Peripheriestaaten von einem vorübergehenden Buckel der Inflation zu sprechen. Ebenso wie die noch immer moderate Kreditvergabe sollte dies laut Umlauf gegen eine baldige Zinswende der EZB sprechen.“ In der Euro-Zone beträgt der Leitzins derzeit ein Prozent, während die Zinsen in den USA und Japan nahe null Prozent liegen.

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