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21.11.2012

13:03 Uhr

Steigender Strompreis

Verbraucher zahlen für stromintensive Betriebe

Firmen mit einem hohen Stromverbrauch können sich vom Netzentgelt befreien lassen oder zahlen einen geringeren Preis. Damit das Netzentgelt trotzdem gezahlt wird, werden die Kosten weitergereicht: An den Verbraucher.

Geringes Netzentgelt: Die Sonderregelung zur Entlastung energieintensiver Unternehmen trat im August 2011 in Kraft. dpa

Geringes Netzentgelt: Die Sonderregelung zur Entlastung energieintensiver Unternehmen trat im August 2011 in Kraft.

Berlin Für die Entlastung stromintensiver Betriebe vom Netzentgelt muss ein Musterhaushalt im kommenden Jahr etwa sechs Euro mehr zahlen als im laufenden Jahr. Insgesamt müsse ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden 2013 eine Umlage von etwa elf Euro Umlage dafür zahlen, dass Betriebe kein oder ein geringeres Netzentgelt zahlen müssen, sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur. Nach 0,151 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2012 steige die Umlage 2013 auf 0,329 Cent pro Kilowattstunde.

Im vergangenen Jahr beantragten laut Bundesnetzagentur rund 270 Betriebe eine Befreiung vom Netzentgelt. Rund 1300 weitere Unternehmen beantragten ein individuelles Netzentgelt. Davon profitierten unter anderem Firmen, deren höchster Stromverbrauch in Zeiten einer eher geringen Netzauslastung anfalle, wie beispielsweise nachts. In diesem Jahr gingen laut Listen der Bundesnetzagentur rund tausend Anträge auf individuelle Netzentgelte sowie rund 60 Anträge auf eine Befreiung vom Netzentgelt ein.

Die Sonderregelung zur Entlastung energieintensiver Unternehmen trat im August 2011 in Kraft. Auf Antrag können sich Unternehmen von den Netzentgelten befreien lassen, wenn sie mehr als 7000 Arbeitsstunden und zehn Gigawatt Strom pro Jahr abnehmen. Die Netzgebühren sollen den Betrieb und Ausbau der Stromnetze finanzieren. Um die Finanzierungslücke durch die Sonderregel zu schließen, müssen kleinere Energieverbraucher einen Aufschlag auf ihren Strompreis zahlen.

Mitte November hatte das Düsseldorfer Oberlandesgericht Eilanträge von zwei Netzbetreibern zurückgewiesen, die sich gegen den Abrechnungsmodus für die Befreiung im Jahr 2011 gewandt hatten. Zugleich äußerte das Gericht aber massive Zweifel an der grundsätzlichen Rechtmäßigkeit des Befreiungsverfahrens. Eine Entscheidung soll im sogenannten Hauptsacheverfahren Anfang März fallen.

Neben dem Netzentgelt können sich energieintensive Unternehmen auch von der EEG-Umlage befreien lassen, mit der die Förderung der erneuerbaren Energien finanziert wird. Auch dies geht zu Lasten anderer Stromkunden.

Von

afp

Kommentare (4)

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vandale

21.11.2012, 13:32 Uhr

Energieintensive Betriebe sind meist an das Mittelspannungsnetz, sehr grosse Betriebe sind an das Höchstspannungsnetz angebunden. In den Betrieben wird eine cos Phi Kompensation durchgeführt. Insofern sind die Netzkosten/kWh viel geringer als solche der Haushalte.

Ein erheblicher Teil der Netzkosten wird für die sogenannten "Erneuerbaren Energien" aufgewendet. Da umweltschädliche Solaranlagen durchschnittlich 9% ausgelastet sind und Windmühlen 15% bedarf es einer vielfachen Ueberdimensionierung des Stromnetzes.

Letztlich wird den energieintensiven Betrieben die Kosten der Oekoreligion grösstenteils abgenommen.

Die Suggestivüberschrift ist der grün-ökologischen Orientierung des Journalisten geschuldet.

Vandale

HofmannM

21.11.2012, 13:44 Uhr

Mal eine Frage an alle Besserwisser...
Was würde denn passieren, wenn diese Unternehmen die Kosten des irrsinnigen EEG-Strom tragen müssten. Genau! Sie würden diese Kosten an die Endverbraucher über Ihre Produkte weitergeben müssen. Weiterhin würden sehr viele Industriebetriebe schon jetzt Ihre Pforten in Deutschland dicht machen! Wer mit ein Ökosozialistischen Energiewende den Strom in Deutschland zum Luxusgut erhebt, der hat wirklich keine Ahnung vom industriebasierenden sozialen Wohlstandssystem. In diesem System hat Deutschland die letzten Jahre sehr schön und sozial behütet leben dürfen. Das machen jedoch zur Zeit die Bundestagsparteien mit Ihrer Energiewende und der "green Economy" rückgäng. Sozialer Sprengstoff für die nächsten Jahre! Deutsche Bürger zieht Euch warm an. Die Strompreise werden durch die EEG-Zwangsabgabe immer mehr steigen....bis es zum Luxusgut geworden ist.

sparheld

21.11.2012, 16:25 Uhr

Ich empfehle als Lektüre Folgendes:
http://www.duh.de/uploads/media/DUH-Hintergrund_Strompreise_20121115.pdf

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