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03.09.2015

10:18 Uhr

Steuer auf Edelmetalle

Sieg für das Börsen-Gold

VonIngo Narat

Echtes Gold als Wertpapier an der Börse kaufen, das macht etwa das Produkt „Xetra-Gold“ möglich. Die Deutsche Börse als Anbieter kann sich jetzt über ein Urteil des Bundesfinanzhofs freuen. Es lockt die Steuerfreiheit.

Nicht nur bei Münzen und Barren profitieren Anleger von einem Steuervorteil. Getty Images

Nicht nur bei Münzen und Barren profitieren Anleger von einem Steuervorteil.

FrankfurtGold-Anleger, die nicht auf Münzen oder Barren setzen, können sich demnächst die Abgeltungssteuer sparen. Der Bundesfinanzhof bestätigte jetzt als oberste Instanz zwei Entscheidungen der Finanzgerichte Sachsen und Münster.

Danach können Besitzer der Anleihe „Xetra-Gold“, die Anrechte auf Gold verbrieft und auf Wunsch dessen Auslieferung ermöglicht, das Papier nach einem Jahr steuerfrei verkaufen (VIII R 35/14). Das gilt ebenso für den Fall, dass sich der Anleihebesitzer die entsprechenden Goldbestände nach einem Jahr auch tatsächlich ausliefern lässt (VIII R 4/15).

Kern der Urteile: In der steuerlichen Behandlung sind solche Inhaberschuldverschreibungen dem Kauf und Verkauf von physischem Gold gleichgestellt. Ein erzielter Gewinn wird also nicht den Einkünften aus Kapitalvermögen zugeordnet, da die Schuldverschreibung keine Kapitalforderung verbrieft, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung. Derartige Goldgeschäfte aber hat der Bundesfinanzhof immer als private Veräußerungsgeschäfte angesehen, mit der beschrieben steuerlichen Folge.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Steffen Orben, Leiter von Deutsche Börse Commodities, dem Emittenten von Xetra-Gold, hat diese Entscheidung erwartet. „Die Anleihe wird behandelt wie Goldmünzen oder Goldbarren, eben nicht wie ein Wertpapier mit Abgeltungssteuer belegt“, sagt er. Die Kunden haben mittlerweile Anteile für knapp zwei Milliarden Euro gekauft, das ist der Gegenwert von 59,3 Tonnen Gold.

Xetra-Gold wird als börsengehandelter Rohstoff eingestuft, als Exchange Traded Commodity. Eine Schuldverschreibung bezieht sich auf ein Gramm Gold. Eine Anleihe gibt dem Inhaber das Recht auf Auslieferung eines Gramms Gold, das jederzeit bei einer Lieferfrist von zehn Tagen gegenüber der Bank geltend gemacht werden kann. Bewertungsbasis ist der Großhandelspreis für das Edelmetall an den internationalen Märkten. Das bringt dem Besitzer der Anleihe Kostenvorteile gegenüber dem Kauf von Barren oder Münzen.

Das Produkt ist günstiger als physisches Gold, kann außerdem wie eine Aktie über die Börse gehandelt werden. Es eignet sich für kurzfristige Trader, aber auch für Investoren, die keinen Wert auf den direkten und sofortigen Zugriff legen. „Wer Gold physisch haben will, der kauft Münzen oder Barren“, sagt Robert Hartmann, Chef des Edelmetall-Handelshauses Pro Aurum.

Kommentare (11)

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Herr Jürgen Bertram

03.09.2015, 11:16 Uhr

wenn kann, sollte "echtes" Gold kaufen, das er bei Bedarf in die Hand nehmen kann

Herr Rainer P.

03.09.2015, 11:45 Uhr

@ Bertram...
Da Sie anscheinend/erfreulicherweise ein Pro-Gold-Junge sind....

Welche Stückelungen etc. würden Sie den empfehlen für den Fall von

a) kleiner Geldbeutel
b) für den schlimmsten Fall?

G. Nampf

03.09.2015, 12:04 Uhr

@ Rainer P

Ich heiße (offensichtlich ;-) ) nicht Bertram, antworte Ihnen aber trotzdem:

Meines Erachtens zahlt derjenige mit kleinem Geldbeutel drauf, denn kleine Barren bis einschließlig 10 g) sind hoffnungslos überteurert und taugen bestenfalls als Geschenk.

Alles größer 10g ist für mich nicht mehr "kleiner Geldbeutel".

20g/ Unzen/ 50g sind noch gut transportierbar ("schlimmster Fall" heißt für mich: schnelle Flucht) . Alles größer Unzen ist ohnehin jenseits der Finanzierbarkeit bei den meisten Menschen.

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