Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2011

09:23 Uhr

Streitgespräch Euro/Dollar

„Ich bin härter, als du jemals warst“

VonRüdiger Jungbluth
Quelle:Zeit Online

Die Frage wurde in den vergangenen Wochen immer wieder gestellt: Weiter mit dem Euro oder zurück zur D-Mark? Zeit also, die beiden Zahlungsmittel selbst zu Wort kommen zu lassen. Ein Zwiegespräch zwischen zwei ungleichen Währungen.

Zwei Währungen, Euro und D-Mark: Weiter mit der europäischen Einheitswährung oder zurück zur Mark? Im Zwiegespräch versuchen die Währungen eine Antwort zu geben. dpa

Zwei Währungen, Euro und D-Mark: Weiter mit der europäischen Einheitswährung oder zurück zur Mark? Im Zwiegespräch versuchen die Währungen eine Antwort zu geben.

Deutsche Mark: Meinen Glückwunsch zum neunten Geburtstag!

Euro: Danke, kann ich gebrauchen. Als Buchgeld bin ich übrigens schon zwölf Jahre alt, aber ich werde ja ohnehin ständig unterschätzt und kleingeredet.

DM: Dein Ruf ist eben nicht der beste. Du solltest mehr auf deine Stabilität achten. In meinen mehr als 50 Jahren habe ich stets...

Euro: Mit Verlaub, an Stabilität kann ich es mit dir locker aufnehmen, meine Inflationsraten sind niedriger als deine damals. Und als ich eingeführt wurde, stand ich bei 1,18 Dollar. Heute sind es 1,32 Dollar. Ich bin härter, als du jemals warst.

DM: Die Spekulanten nehmen dich immer wieder aufs Korn. So etwas hat es zu meiner Zeit nicht gegeben.

Euro: Du warst ja auch nur eine einfache Landeswährung. Ich hingegen bin international und - ich scheue mich nicht, es zu sagen - ein europäisches Friedensprojekt.

DM: Schöner Frieden, mit Demos, brennenden Barrikaden und immer neuen Krisengipfeln. Ich habe nie einen Rettungsschirm von 750 Milliarden gebraucht, um sicherzustellen, dass ich nicht aufweiche.

Euro: Würdest du bitte zur Kenntnis nehmen, dass unter diesem Schirm Griechenland und Irland stehen und nicht ich. Die beiden haben unsolide gewirtschaftet, das stimmt. Aber das kann man mir nicht anlasten.

DM: Doch, denn deine Zinsen waren zu niedrig, und deshalb ist dort alles aus dem Ruder gelaufen: die Immobilienpreise, die Kreditvergabe, die Staatsschulden.

Euro: Unsinn. »Meine Zinsen« gibt es gar nicht, es gibt nur Zinsen von Anleihen der einzelnen europäischen Staaten. Und über deren Höhe bestimmen die Finanzmärkte.

DM: Märkte machen gar nichts. Sie sind bloß die Handelsplätze von kleinen und großen Geldanlegern - also von Menschen mit Gewinnhoffnungen und mit Verlustängsten.

Euro: Eben, und alle diese reichen Leute haben ihr Geld in den vergangenen Jahren ziemlich blind und billig an schlechte Schuldner gegeben. Das muss sich jetzt ändern.

Kommentare (27)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

D-Mark-Fan

11.01.2011, 11:04 Uhr

Hb, ändert mal bitte die Überschrift!
Es muß lauten:
Streitgespräch Euro/D-Mark, und nicht Dollar.

ich persönlich bin gegen den Euro und für die schnelle Rückkehr zur D-Mark.
Eine starke D-Mark kommt uns Kleinverbrauchern zugute und steigert durch ihre Aufwertung gegenüber dem Euro massiv die binnennachfrage.
importe werden wesentlich billiger, unser Export wird auf das nötige Maß zurückgefahren. Wir waren dort im Verhältnis zu unseren europäischen Mitgliedsstaaten sowieso viel zu stark. Jahrelang haben die exportabhängigen Großkonzerne profitiert und sich die Taschen gefüllt, jetzt sind wir Normalverdiener durch eine Rückkehr zur D-Mark dran. Eine starke Währung wie die D-Mark würde letzten Endes allen nützen und zu Gute kommen, vor allem Europa. Und wenn ich im Ausland bin, dann tausch ich doch gerne wieder um. Den Preis, den ich dafür bezahlen muß, ist ein klasse Urlaub zu günstigen Konditionen. Also, da ist mir doch die Umwechselei das kleinste Übel. Mit der D-Mark bin ich bei unseren südländischen Freunden wieder ein gerngesehener Urlaubsgast und die Tasse Kaffee kostet miuch dann in Spanien auch keine 8 Euro mehr.
Herzlich Willkommen, liebe Deutsche Mark.

Domenq

11.01.2011, 11:15 Uhr

banken "handeln" ohne Risko.
"Landesbanken" will man nichts nachweisen; sind alles Freunde und Nachbarn.
Was erwarten wir eigentlich ?

W. Fischer

11.01.2011, 11:33 Uhr

ich kann mich nur D-Mark-Fan anschließen.
Danke

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×