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15.06.2015

15:51 Uhr

Studie zu fallenden Preisen

Verbraucher profitieren zu wenig vom Ölpreis

Ob Bier, Äpfel oder Sprit: Alles hat mit Öl zu tun, sei es als Rohstoff oder als Treibstoff beim Transport. Sinken die Produktpreise langsamer als der Ölpreis? Es steht Aussage gegen Aussage.

Verglichen mit Anfang des Jahres hat sich die Lage auf dem Ölmarkt wieder weitgehend beruhigt. dpa

Preisverfall gestoppt

Verglichen mit Anfang des Jahres hat sich die Lage auf dem Ölmarkt wieder weitgehend beruhigt.

BerlinDie Verbraucher in Deutschland profitieren laut einer Studie nur unzureichend von den gesunkenen Preisen für Öl und Gas. Die Unternehmen hätten die Preissenkungen der vergangenen zwölf Monate nicht vollständig an die Kunden weitergegeben, kritisierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Montag in Berlin. Ein durchschnittlicher Haushalt gab demnach allein im Januar für Tanken und Heizen bis zu 15 Euro zu viel aus. Auch Flüge seien zu teuer. Die Mineralölwirtschaft wies den Vorwurf zurück.

„Es wird Zeit, dass auch niedrigere Öl- und Gaspreise endlich bei Verbrauchern ankommen“, forderte Verbraucherschützer Klaus Müller. Auch viele andere Produkte könnten preiswerter sein, von Reis über Äpfel und Bier bis hin zu Teelichtern.

„An der Tankstelle wurden die niedrigen Rohölpreise weitgehend, wenn auch nicht vollständig weitergegeben“, heißt es in der Studie. Bei Diesel wären demnach im Januar noch zwei Cent weniger drin gewesen, bei Benzin ein Cent. „Besonders eklatant ist die Differenz bei Erdgas.“ Statt einer Einsparung von 13,80 seien die Verbraucher nur in den Genuss von 1,20 Euro Nachlass gekommen.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

„Die Studie übersieht, dass Autos nicht mit Öl, sondern Benzin und Diesel fahren“, kritisierte der Mineralölwirtschaftsverband. Tankstellen hätten ihre gesunkenen Einkaufspreise voll an ihre Kunden weitergeben. „Im harten Wettbewerb orientieren sich die Tankstellenpreise ausschließlich und eng an den Weltmarkt-Einkaufspreisen.“

Große Fluggesellschaften wie Air Berlin und Lufthansa hatten in den vergangenen Monaten argumentiert, ihre Kerosinrechnung sinke langsamer als der Ölpreis. Denn die Airlines kaufen den Treibstoff oft bis zu zwei Jahre im Voraus ein - eigentlich, um günstige Preise zu sichern und sich vor Wechselkursschwankungen zu schützen.AS

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Anselm Baltzer

16.06.2015, 09:29 Uhr

Der Skandal ist ja wohl praktisch das Nichtsinken des Gaspreises. Muss ein bequemes abgesprochenes und kartellmäßiges Spielchen sein - und niemand unternimmt etwas gegen. Wenn der Ölpreis nach oben ging - ja, der Gaspreis war an diesen gekoppelt. Und wenn er nach unten geht - um die Hälfte? Fehlanzeige.

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