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29.11.2016

10:05 Uhr

Südamerika

Goldbergwerk raubt einer Stadt das Leben

Die südamerikanische Stadt Langa Tabiki im Regenwald von Surinam verödet durch ein von einer US-Firma betriebenes Goldbergwerk. Ein Segen für die einen – ein Fluch für die anderen. Bergleute und Firmen fliehen.

Neben den unabhängigen Bergleuten haben auch fast alle Firmen die Gegend um das Goldbergwerk verlassen. Die wenigen, hoffen, dass die Regierung ihnen ein neues Gebiet zuweist, in dem sie wieder graben können. AP

Langa Tabiki in Südamerika

Neben den unabhängigen Bergleuten haben auch fast alle Firmen die Gegend um das Goldbergwerk verlassen. Die wenigen, hoffen, dass die Regierung ihnen ein neues Gebiet zuweist, in dem sie wieder graben können.

Langa TabikiSchlammige Fußwege winden sich an leerstehenden Häusern vorbei, viele der Gebäude sind in sich zusammengefallen. Dutzende Läden und Bars haben geschlossen. Der prominenteste Einwohner, ein Stammesführer, ist weggezogen.

Willkommen in Langa Tabiki, einer einst blühenden Stadt im Regenwald von Surinam, reich an Geschichte und Kultur. Seit Kurzem betreibt eine US-Firma in der Nähe ein Goldbergwerk, was der Regierung in dem kleinen südamerikanischen Land mit hoher Inflation dringend benötigte Einkünfte beschert. Aber das Unternehmen hat zugleich das stark von Probegrabungen abhängige Langa Tabiki in eine Geisterstadt verwandelt.

Tausende unabhängige Bergarbeiter haben die Gegend verlassen – vertrieben von Soldaten und privaten Sicherheitskräften, die sie von dem rund 5200 Kilometer großen Waldgelände fernhalten wollten, das die Regierung der Firma Newmont Mining als „Interessengebiet“ zugeteilt hat. Nur noch ein paar Nachzügler sind noch geblieben.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

ETFs und ähnliche Produkte

Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent.

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

„Die meisten Leute sind bereits in andere Orte im Land gezogen, um ihr Glück zu versuchen“, sagt Tjamie Ceder, der zu den wenigen gehört, die noch ausharren.

Die Stadt liegt etwa 17 Kilometer vom Merian-Bergwerk entfernt. Sie ist Heimat des Paramaka-Volkes, einer von mehreren kleineren Gruppen, die von Einheimischen und afrikanischen Sklaven abstammen und nach jahrzehntelangem Krieg mit der Regierung und Söldnern Kontrolle über ihr Land gewannen. Es ist eine Region, in der die Menschen stolz auf ihre Unabhängigkeit von einer entfernten Zentralregierung sind.

Leute wie Ceder, die ihr bisheriges Leben in Langa Tabiki verbracht haben, betrachten das Bergwerk als Eindringling. „Newmont hat nicht entdeckt, dass der Boden hier so viel Gold enthält. Mein Vater, der auch Bergarbeiter war, wusste das schon“, sagt Ceder. „Ich möchte leben und meinen Lebensunterhalt verdienen wie es mein Vater tat, nicht für Fremde arbeiten.“

Newmont mit Hauptsitz im US-Staat Colorado erwartet, dass Merian in den ersten fünf Jahren jährlich 500.000 Unzen Gold produzieren wird und die Reserven bei 4,2 Millionen Unzen liegen – nach derzeitigen Preisen ungefähr fünf Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) wert. Surinams Regierung ist zu 25 Prozent an der Mine beteiligt und betont, dass das Projekt lebenswichtig für das Land sei. Für dieses Jahr wird erwartet, dass die Wirtschaft um neun Prozent schrumpft, und die Inflation liegt bei fast 80 Prozent.

„Dieses Projekt zeigt, dass ausländische Investoren nach wie vor Vertrauen haben, nicht nur in unsere kleine Wirtschaft, sondern auch in die politische Stabilität von Surinam“, sagte Präsident Desi Bouterse bei der Eröffnungszeremonie am 17. November.

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