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07.02.2014

17:47 Uhr

Technische Probleme

Bitcoin stürzt ab

Der beliebteste Handelsplatz für Bitcoins meldet eine „temporäre Pause bei allen Anfragen zur Abhebung”. Bei den Anlegern kommt Unruhe auf. Der Kurs der Cyber-Währung verliert kräftig.

Technische Probleme haben dem Bitcoin-Kurs einen Schlag versetzt. Reuters

Technische Probleme haben dem Bitcoin-Kurs einen Schlag versetzt.

TokioDer Bitcoin-Kurs ist am Freitag um mehr als sieben Prozent eingebrochen, nachdem ein führender Handelsplatz der virtuellen Währung in Tokio seine Auszahlungen eingestellt und auf technische Probleme verwiesen hat.

Mt. Gox, ein beliebte Börse für den Bitcoin-Handel in Dollar, teilte in einem Blog-Eintrag mit, dass eine „temporäre Pause bei allen Anfragen zur Abhebung” auferlegt worden sei, „um eine klare technische Sicht der Währungsprozesse zu erhalten”.

Der Betreiber kündigte für Montag, den 10. Februar japanischer Zeit, ein „Update” an - allerdings keine Wiederaufnahme des Überweisungsbetriebs.

Die virtuelle Währung fiel gegen 17 Uhr MEZ um 7,8 Prozent auf 722,39 Dollar je Bitcoin, zeigt der CoinDesk Bitcoin Price Index, der den Mittelwert aus den Kursen von verschiedener Handelsplätzen errechnet, darunter auch Mt. Gox.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Bitcoins wurden auf Mt. Gox in Dollar ohnehin schon höher gehandelt, weil die Kunden Probleme hatten, ihr Geld in der US-Währung aus der Börse hinauszubekommen.

US-Behörden hatten - zuletzt im August - Mt.-Gox-Bankkonten im Wert von insgesamt fünf Millionen Dollar beschlagnahmt, nachdem sich das Unternehmen nicht als „Money Transmitter” registriert hatte.

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