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23.01.2015

14:22 Uhr

Tod von König Abdullah

Die Saudis lassen den Öl-Hahn offen

VonHans-Peter Siebenhaar

Nach dem Tod des saudischen Königs setzt sein Nachfolger auf Kontinuität. Hoffnungen auf höhere Preise sind wohl vergeblich. Saudi-Arabien wird die Produktion nicht kürzen – denn das Königreich denkt in Jahrzehnten.

Auch unter einem neuen König dürfte sich die saudische Ölpolitik vorerst nicht ändern. dpa

Auch unter einem neuen König dürfte sich die saudische Ölpolitik vorerst nicht ändern.

WienDie Reaktion auf den Tod des saudischen Königs Abdullah bin Abdulaziz Al Saud an den Märkten ist eindeutig. Die Preise für Öl stiegen am Freitagmorgen deutlich. Die Nordseesorte Brent tastete sich mit einem Anstieg um 1,8 Prozent an die Grenze von 50 Dollar pro Fass heran. Die amerikanische Sorte WTI notierte mit 47,07 Dollar um 1,6 Prozent höher. Doch der Markteffekt ist nur von kurzer Dauer. Denn die Saudis werden keine Änderung ihrer bisherigen Ölpolitik vornehmen.

Der neue saudische König Salman ließ über die staatliche Nachrichtenagentur SPA bereits mitteilen, dass er die Ölpolitik seines Vorgängers fortführen werden. „Wir werden an der rechtschaffenen Politik festhalten, die Saudi-Arabien seit der Gründung durch König Abdelasis angenommen hat“, sagte der neue König in einer Fernsehansprache. Auch der weltweit erfahrenste Ölminister, Ali Al-Naimi, bleibt in seinem Amt.

Saudi-Arabien ist der weltgrößte Öl-Exporteur und hat im Förderkartell Opec das Sagen. Der 79-jährige Halbbruder des verstorbenen Monarchen, Salman bin Abdulaziz, hat mit seiner schnellen Reaktion am Freitag Spekulationen aus dem Weg geräumt.

Bei Experten sorgt der Wechsel auf dem saudischen Thron dennoch für Misstrauen. „Der Tod des saudi-arabischen Königs Abdullah hat zu Beginn einen mittleren aufwärts tendierenden Effekt auf die Ölpreise ausgelöst und schafft Unsicherheit”, sagt Johannes Benigni vom Wiener Energieforschungsinstitut JBC. Der renommierte Ölexperte verweist aber darauf, dass Salman nicht nur sehr erfahren sei, sondern offensichtlich auch schon bislang in die Entscheidungsprozessen eingebunden war.

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Dass Al-Naimi im Amt des Ölministers bleibt ist ein weiteres Zeichen für Kontinuität. Über eine Pensionierung des mächtigen Ministers, der das Amt seit mehr als zwei Jahrzehnten innehat, gab es immer wieder Spekulationen. Als ein möglicher Nachfolger gilt nach Meinung von Insidern Prinz Adulaziz. Der Sohn von König Salman ist bereits an entscheidender Stelle im saudischen Ölministerium aktiv. Wann der Wechsel stattfinden könnte, ist  allerdings völlig offen.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

23.01.2015, 13:25 Uhr

Spekulanten sind enttäuscht
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Saudi-Arabien wird den Ölpreis nicht erhöhen.
Zwar ist er kurzfristig gestiegen, liegt aber mittlerweile wieder auf dem alten Niveau.
Länder wie Russland und Venezuela sind natürlich enttäuscht. Für sie ist der Ölpreis zu niedrig.

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