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10.07.2015

14:57 Uhr

Tool der Woche

Das ist der Euro im Urlaub wert

VonKatharina Schneider

Auch bei einem Grexit erwarten Experten keine nachhaltige Abwertung beim Euro. Viele Reiseziele sind schon heute teuer, doch es gibt auch Wechselkurs-Schnäppchen. Wo sich der Urlaub besonders lohnt.

Auch bei einem Grexit dürfte der Euro zum Dollar nicht stark abwerten. Imago

Hotelanlage in Griechenland

Auch bei einem Grexit dürfte der Euro zum Dollar nicht stark abwerten.

FrankfurtDie Unsicherheit um Griechenland bereitet auch Urlaubern Sorgen. Was passiert bei einem Grexit mit dem Euro? Verliert die Gemeinschaftswährung weiter an Wert? Und wird das Reisen in Länder mit anderer Währung dann teurer?

Die Tagesschwankungen im Euro sind aktuell sehr hoch. „Doch die Kursverluste zum Dollar sind durch die jüngste Zuspitzung der Griechenlandkrise weniger heftig ausgefallen als erwartet“, sagt Ralf Umlauf, Devisenexperte der Helaba. „Selbst wenn Griechenland aus dem Euro austritt, rechne ich nicht mit einer nachhaltigen Euro-Abwertung.“ Die Begründung: Von vielen Marktteilnehmern werde eine verkleinerte Währungsgemeinschaft inzwischen als Chance wahrgenommen.

Gelassen bleibt auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. „Griechenland stellt für die Euro-Zone kein systemisches Risiko dar“, sagt er und nennt drei Gründe: „Ausländische Banken haben sich schon länger aus Griechenland zurückgezogen, für Bankkunden in anderen Krisenländern wie Spanien und Italien gibt es keinen Grund, ebenfalls massenhaft Geld von ihren Konten zu holen, und die Europäische Zentralbank wird alles tun, um den Euro zu schützen.“

Flüssig bleiben im Urlaub

Bargeld

Grundsätzlich sollten Reisende möglichst wenig Bargeld bei sich tragen, denn bei einem Diebstahl ist dieses in der Regel endgültig verloren. Zumindest für den Ankunftstag sollte sie aber eine kleinere Summe in der Landeswährung dabei haben, um etwa die Fahrt ins Hotel zahlen zu können.

Bankkarte

Urlauber sollten sich informieren, ob ihre Bankkarte im Reiseland funktioniert. Bei einigen Kreditinstituten muss vorab die Nutzung der Girocard für das Ausland freigeschaltet werden. V-Pay-Karten funktionieren nur in Europa.

Kreditkarten

Da Bankkarten nicht überall funktionieren, sind Kreditkarten eine wichtige Ergänzung. Auch hier sollten sich Kunden informieren, ob das Tages- und Monatslimit ausreicht. Mit manchen Karten ist das Geldabheben am Automaten kostenlos, mit anderen kann gebührenfrei an der Kasse bezahlt werden. Vorab lohnt sich also ein genauer Vergleich der Angebote. Bevor die Reise los geht, sollten sich Verbraucher auf jeden Fall den PIN-Code einprägen.

Kooperationen

Kunden sollten im Vorfeld erfragen, mit welchen Geldinstituten die eigene Bank kooperiert und welche Gebühren am Geldautomaten und bei Kartenzahlung anfallen.

In Euro abrechnen

An Geldautomaten oder Kassenterminals bekommen Kunden häufig das Angebot „in Euro abrechnen“. Das sollten sie ablehnen, denn die Wechselkurse sind meist schlechter und es fallen Zusatzgebühren an.

Mischung

Reisende sollten sich nie nur auf ein Zahlungsmittel verlassen. Eine gute Kombination besteht aus Bankkarte, Kreditkarte und Bargeld.

Alles halb so wild, könnte also das Fazit für den Euro lauten. Doch auch ohne weiteren Kurseinbruch: Auf die Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses blicken Urlauber schon heute sehr wehmütig. Aktuell kostet ein Euro etwa 1,10 Dollar - immerhin etwas mehr als im März: Damals markierte die Währung ein Tief bei 1,0493 Dollar. Doch für Reisende in die USA oder in Länder, deren Währungen an den Dollar gekoppelt sind, bleibt das nur ein schwacher Trost. Vor einem Jahr kostete ein Euro noch etwa 1,35 Dollar - knapp 20 Prozent mehr.

„Der US-Dollar ist aktuell deutlich überbewertet. Eine Kaufkraftparität wäre erreicht, wenn ein Euro zwischen 1,25 und 1,30 Dollar kosten würde“, sagt Umlauf. Das heißt: Wer in der Euro-Zone für 100 Euro einkauft, sollte in den USA ähnliche Waren für 130 Dollar bekommen. Aktuell ist das Einkaufen in den USA für Deutsche aber teurer.

Auch wer in die Schweiz reisen möchte, muss sich weiterhin auf einen teuren Urlaub einstellen. Seit die Schweizer Nationalbank im Januar den Mindestkurs von 1,20 Franken für einen Euro aufgegeben hat, wertete die Währung stark auf. Aktuell kostet ein Euro etwa 1,04 Franken. „Der Schweizer Franken ist sehr teuer“, sagt Krämer. „Daran wird sich angesichts der Griechenlandkrise auch nichts ändern, denn die Währung ist nach wie vor ein beliebter sicherer Hafen.“

Vor diesem Hintergrund können sich Pauschalreisende freuen, deren Urlaubsplanung schon früh feststand. „Bei USA- oder Schweiz-Reisen haben Frühbucher in diesem Jahr ganz besonders profitiert“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). Der Grund: Die Reisepreise werden etwa ein Jahr im Voraus verhandelt. Noch bevor der Euro absackte, standen die Preise für diesen Sommer fest. „Die Entwicklung der Wechselkurse wirkt sich aber nie eins zu eins auf den Reisepreis aus", sagt Schäfer. „Den Gesamtpreis beeinflussen viele Faktoren.“

Kommentare (9)

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Herr Marc Otto

10.07.2015, 15:12 Uhr

mal ehrlich, wer will es sich schon antun, dass er in einem Land seine Freizeit verbringt, was uns gegenüber feindlich eingestellt ist?

Ich bin zwar auch nicht dafür, was unsere Regierung immer macht. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Politiker von dieser Bananen-Republik unsre Politiker so beleidigen dürfen. Unser Geld wollen sie und man verdonnert mich, dass ich für die Griechen arbeite. Und zum Dank beleidigen sie uns.

Ich werde daher NICHT in GR Urlaub machen !

Herr Mensch bleiben

10.07.2015, 15:28 Uhr

@Marc Otto
es würde Ihnen wahrscheinlich sehr gut tun in GR Urlaub zu machen. Dann könnten Sie sich ein eigenes Bild der Situation machen, und nicht aus der Bild, was ja gar keine Zeitung mehr ist da Sie nicht genug Text haben. Aber Ihre Vorstellung ist wahrscheinlich das da nur Betrüger, Diebe und Gewaltverbrecher auf Sie warten.
Diese Verblendung muss Schmerzhaft sein.

Herr Marc Otto

10.07.2015, 15:39 Uhr

--@ Mensch bleiben

"An den Taten wirst du sie erkennen" und nur das zählt im Geschäftsleben.

Außerdem passe ich überhaupt nicht zu den Griechen, denn ich zahle für das, was ich "esse"
Und ich bediene meine Kredite sauber und zeit gerecht
und ich zahle pünktlich meine Steuern.

Warum werde ich nur den Verdacht nicht los, dass sie auch keine Steuern zahlen? Oder eben nur so wenig, dass es nicht einmal reicht, um die Griecchen aus zu halten. Ist das wirklich so schmerzhaft für sie, wenn es selbst dafür nicht einmal reicht? Ich meine, dass man auf andere angewiesen ist?

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