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09.01.2007

10:33 Uhr

Trotz Pipeline-Sperrung

Ölpreis auf niedrigstem Stand seit Juni 2005

Die Ölpreise haben am Dienstag trotz der Sperrung der russisch-westeuropäischen „Druschba“-Pipeline ihre Talfahrt fortgesetzt und den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren erreicht. Grund für den Rückgang waren vor allem die weiter milden Wintertemperaturen im Nordosten der USA, was zu einem Einbruch der Nachfrage nach Heizöl auf dem wichtigsten Abnehmermarkt führte.

HB NEW YORK. Händler sprachen auch von einem abnehmenden Interesse spekulativer Fonds an Öl-Futures. Der Streit um Öllieferungen zwischen Russland und Weißrussland zeigte kaum Auswirkung, zumal die Internationale Energieagentur (IEA) erklärte, sie sehe die Ölversorgung in Europa trotz der Schließung der Pipeline „Druschba“ nicht gefährdet.

Leichtes US-Rohöl zur Lieferung im Februar verbilligte sich um mehr als zwei Dollar. Am Nachmittag kostete ein Barrel (rund 159 Liter) 54,03 Dollar. Auch die wichtigste Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich deutlich um 1,86 Dollar auf 53,74 Dollar. Zwischenzeitlich sanken die Preise auf den niedrigsten Stand seit Juni 2005.

„In New York ist es einfach viel zu warm - die Menschen liegen im Central Park in der Sonne“, sagte Keith Sano, Rohstoff-Experte von Sumitomo Corp. Die US-Heizölnachfrage liegt nach offiziellen Angaben etwa ein Drittel unter dem Normalniveau in dieser Jahreszeit.

Der Ölpreis hat seit Jahresbeginn elf Prozent nachgegeben. Im Sommer notierte er noch bei Rekordständen über 78 Dollar. Das lässt bei der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) die Alarmglocken klingeln. Der Präsident des Kartells Mohammed al-Hamli diskutierte deshalb am Dienstag bei einer kurzfristigen Telefonkonferenz mit anderen Mitgliedsländern, was sie gegen den Preisverfall tun können.

Ob Schritte wie eine weitere Drosselung der Fördermengen besprochen wurden, war zunächst unklar. Spekuliert wird auch über eine Krisensitzung vor dem nächsten planmäßigen Treffen am 15. März. Das Kartell hatte im Dezember vereinbart, die Fördermenge ab Februar um 500.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Mit diesem Beschluss konnten sie den Preisverfall aber nicht stoppen.

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