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16.01.2011

19:30 Uhr

Trotz Preissprung

Mehrere Opec-Länder lehnen höhere Förderung ab

Ein Barrel Öl kostet derzeit fast 100 Dollar. Doch die Opec-Staaten lässt das kalt. Nach Venezuela und Libyen machte auch der Iran deutlich, dass er den aktuellen Preis von nicht weit unter 100 Dollar als unproblematisch betrachte. Derweil geht in Deutschland der Bundeswirtschaftsminister die Mineralölkonzerne an.

Der Preis für Rohöl steigt unaufhörlich. Quelle: dpa

Der Preis für Rohöl steigt unaufhörlich.

HB TEHERAN. Ungeachtet des anziehenden Ölpreises sehen mehrere Opec-Länder bislang keinen Anlass für eine Ausweitung der Förderung. Nach den Worten des iranischen Ölministers Massud Mirkasemi wäre auch ein weiterer deutlicher Anstieg noch kein Grund zum Handeln. „Manche der Opec-Mitglieder sehen keine Notwendigkeit eines Krisentreffens selbst bei Preisen von 110 bis 120 Dollar“, sagte Mirkasemi am Sonntag auf einer Pressekonferenz.

Das nächste turnusmäßige Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist nicht vor dem 2. Juni. Ein Sondertreffen müsste der Iran, der derzeit die Opec-Präsidentschaft innehat, mit dem Opec-Sekretariat in Wien abstimmen.

Am Freitag war der Preis für die Nordsee-Sorte Brent über 99 Dollar je Barrel gesprungen, nachdem er vergangene Woche fast sechs Prozent zugelegt hatte. Damit notiert er aber weiter deutlich unter seinen Höchstständen im Jahr 2008. Analysten gehen davon aus, dass der Preis für US-Rohöl im ersten Quartal über die Marke von 100 Dollar steigen wird. Das Rekordhoch liegt bei 147 Dollar.

Der Chef des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, nannte den jüngsten Preisanstieg zu stark und zu schnell. Er führte ihn vor allem auf die wirtschaftliche Erholung zurück. Insbesondere die steigende Nachfrage in Schwellenländern trage dazu bei, sagte de Margerie der Nachrichtenagentur Reuters vor einer Energiekonferenz in Abu Dhabi.

Sollte das Öl noch deutlich teurer werden, bringt das insbesondere die großen Abnehmerstaaten in Bedrängnis. Dort könnten dann Befürchtungen zunehmen, dass die Inflation angeheizt und die Konjunkturerholung abgewürgt wird. Die Hoffnungen ruhen nun auf Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien. „Wir neigen stärker zu der Einschätzung, dass Saudi-Arabien verantwortungsvoll handeln und die Opec-Mitglieder ermutigen wird, den Ausstoß noch zum Jahresbeginn zu erhöhen“, sagte die Rohstoffstrategin Sabine Schels von Merrill Lynch Bank of America.

Kommentare (4)

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Stefan L. Eichner

16.01.2011, 20:52 Uhr

Ja sicher, Herr de Margerie, der Preisanstieg hat etwas mit der wirtschaftlichen Erholung zu tun ... und natürlich damit, dass das Öl langsam knapp wird. Darum prognostizieren auch die iEA und investmentbanken wie Goldman Sachs völlig zu Recht, der Ölpreis könne auf über 200 USD steigen. Und selbstverständlich hat der steigende Ölpreis nichts mit Spekulation zu tun.

Das Problem: All das wurde uns auch vor zwei Jahren erzählt, um den Anstieg des Ölpreises auf 150 USD zu erklären. Kurze Zeit später platzte dann die Ölblase und der Preis fiel auf unter 40 USD.

ich gehe deswegen davon aus, dass wir wieder ein Ölblase haben und darum die vielen "kompetenten" Fachleute, die wohlfeile Erklärungen bieten, um ihn weiter in die Höhe zu treiben. Sie verdienen ja auch meist prächtig daran.

tomtomtoy

16.01.2011, 21:08 Uhr

Hört auf zu jammern
Was regt ihr Euch eigentlich so auf !
Die Grünen haben einen benzinpreis vom 5 Mark je Liter versprochen ,bis 2,50 € ist noch ein weiter weg !
Das habt ihr doch so gewollt,als ihr Eurer Kreuz bei rot/grün gemacht habt . Hört auf zu jammern , und ab zur Tankstelle , zur Teuersten natürlich !

Domenq

17.01.2011, 10:10 Uhr

Es geht alles zu langsam !!!
Noch nicht einmal vernünftige beleuchtung kann man kaufen.
Die Gewinne sprudeln wie lange nicht, aber es wird nicht vernünftig investiert.
Alles veralteter Dreck!

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