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26.06.2011

15:48 Uhr

Trotz Reservenfreigabe

Goldman-Chefvolkswirt erwartet Ölpreisanstieg

ExklusivDer Ökonom Jan Hatzius erwartet einen Anstieg des Ölpreises auf 140 Dollar bis Ende nächsten Jahres. Daran könnten auch die freigegebenen Reserven nichts ändern.

Das Goldman Sachs Logo an  der New Yorker Börse. Quelle: Reuters

Das Goldman Sachs Logo an der New Yorker Börse.

New YorkDie Freigabe von 60 Millionen Fass Rohöl aus der strategischen Reserve der USA und der Internationalen Energieagentur (IEA) wird nach Einschätzung von Jan Hatzius, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, kaum Auswirkungen auf den Ölpreis haben. „Wir rechnen für Ende nächsten Jahres mit einem Anstieg des Preises für das Fass Brentöl auf 140 Dollar“, sagte Hatzius im Interview mit dem Handelsblatt.

Damit bleibt die Langfristprognose der US-Investmentbank für den Rohölpreis trotz der Aktion der IEA aus der vergangenen Woche praktisch unverändert. Der Grund: Die Nachfrage werde weiter stärker wachsen als das Angebot und damit wohl der Preis treiben, so der 1968 in Heidelberg geborene Ökonom. Er warnt vor den Folgen für die Weltwirtschaft. „Das bedeutet reale Einkommensverluste in Ländern wie den USA, wo mit Energie weniger sparsam umgegangen wird als in Europa und sich deswegen ein Preisanstieg stärker auswirkt.“

Für die USA ist er trotz der aktuellen Wachstumsschwäche vorsichtig optimistisch und rechnet im zweiten Halbjahr mit einem Konjunkturplus von 3,25 Prozent. Allerdings warnt er davor, dass die Modelle der Volkswirte durch die Veränderungen der Realwirtschaft in der jüngsten Krise weniger präzise Ergebnisse produzieren. „Es gibt eine Reihe von Dingen, die sich durch die Finanzkrise geändert haben und schwer zu fassen sind.

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Es scheint so zu sein, dass höhere Benzinpreise sich heute stärker auf die US-Wirtschaft auswirken als früher“, so Hatzius, der zu den wenigen gehört, die die letzte Krise am US-Immobilienmarkt vorhergesagt hatte. Ein möglicher Grund sei, dass die Menschen in den USA heute weniger Reserven als früher hätten und einen höheren Benzinpreis nicht mehr so einfach durch eine höhere Sparquote abfangen und gleichzeitig das übrige Konsumniveau beibehalten könnten. „Die Unsicherheit für Prognosen ist durch solche Entwicklungen größer geworden“, räumte er ein.

 Weil die Regierung in Indien und China derzeit mit der Geldpolitik ein heißlaufen ihrer Wirtschaft zu vermeiden suchen, rechnet er für die exportlastige deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr mit einem geringeren Wachstum. „Wir erwarten für dieses Jahr ein reales BIP-Wachstum in Deutschland von 3,3 Prozent, und im kommenden Jahr von 1,8 Prozent. Der deutsche Aufschwung ist aus unserer Sicht selbsttragend und nachhaltig und könnte aktuell nur durch einen exogenen Schock gefährdet werden“, sagte er.

Von

ben

Kommentare (4)

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Stefan-L-Eichner

26.06.2011, 21:59 Uhr

Man sollte ehrlicher Weise als Information zu dieser Ölpreis-Prognose des Chefvolkswirts von Goldman ergänzend hinzufügen, dass Goldman Sachs selbst einer der größten Akteure im Rohstoffhandel (auch physisch!) - nicht zu letzt in Öl - ist und in der Vergangenheit stets von platzenden Blasen profitiert hat.

Siehe dazu: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/:rohstoff-roulette-wie-investmentbanken-die-preise-manipulieren/50150564.html

Gruß
Stefan L. Eichner

Account gelöscht!

26.06.2011, 22:53 Uhr

Dieser arrogante und inkompetente Herr Hatzius von GS lag nun bereits mehrere Quartale total falsch mit seinen ueber optimistischen Prognosen zum GDP in den USA.

Meine Empfehlung: weiterbilden ueber

- www.zerohedge.com
- www.shadowstats.com

Dort wird tatsaechlich nachgedacht und auch richtig Progostiziert.

Sollte Pflichtlekutere fuer alle HB Mitarbeiter sein, 2 Stunden taeglich !

frankfurter

27.06.2011, 06:39 Uhr

muss man ein Volkswirt sein, um einen Anstieg des Ölpreises zu prognostizieren.
Der weltweite Bedarf an diesen fossilen Brennstoff wird zwangsläufig anwachsen und die Leser dieser Gazette tun ihr Bestes dazu, denn sie fahren in der Regel ein Fahrzeug, das nicht zu den Sparsamsten gehört.

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