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19.08.2014

07:51 Uhr

Trotz Verlusten

Paulson klammert sich an sein Gold

Der Milliardär John Paulson hatte gerade erst im großen Stil Gold gekauft. Das war kein Glücksgriff – denn kurz darauf erlebte das Edelmetall den größten Preiseinbruch seit 30 Jahren. Trotzdem schichtet Paulson nicht um.

Der Hedgefonds-Manager John Paulson hatte nicht immer Glück. Sein Goldinvestment litt im Jahr 2013 kräftig. Er bleibt dem Edelmetall jedoch treu. dpa

Der Hedgefonds-Manager John Paulson hatte nicht immer Glück. Sein Goldinvestment litt im Jahr 2013 kräftig. Er bleibt dem Edelmetall jedoch treu.

New YorkMilliardär und Hedge-Fonds-Manager John Paulson hat seine Anteile am größten mit Gold unterlegten börsengehandelten Produkt beibehalten. Paulson & Co., der größte Investor beim SPDR Gold Trust, kam mit Stand zum 30. Juni auf 10,23 Millionen Anteile. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor. Damit waren die Anteile das vierte Quartal in Folge unverändert.

Paulson hatte erstmals 2009 im größeren Stil in Gold investiert. Er glaubte, dass das Edelmetall wegen der beispiellosen Konjunkturprogramme an Wert gewinnen wird. Aber im vergangenen Jahr brach der Goldpreis um fast 30 Prozent ein. Das war das größte Minus in drei Jahrzehnten. Daraufhin schien Paulson seine Meinung geändert zu haben. Im November sagte er Kunden, er persönlich würde nicht mehr Geld in den Gold-Fonds investieren.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

In diesem Jahr stieg der Goldpreis um 9,3 Prozent . Das Edelmetall entwickelte sich damit besser als Aktien und Anleihen. Hinter der Rally standen etwa geopolitische Krisen im Nahen Osten und in Osteuropa. Anleger flüchteten in Gold auf der Suche nach einem sicheren Hafen.

Lance Roberts, Chef-Stratege bei STA Wealth, warnte allerdings davor, dass sich der Status als sicherer Hafen bald verflüchtigen könnte. Wegen der Stärke der US-Wirtschaft stehe die Fed vor Zinserhöhungen. Auch Goldman Sachs rät vom Goldkauf ab.

Der Glanz des Golds

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Kommentare (7)

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Herr Thomas Rettner

19.08.2014, 08:55 Uhr

Es ist pervers, wie es Menschen, die es nachweislich nicht schaffen die Benchmark zu schlagen, sich erlauben ueber Trends und Entwicklungen eine Meinung zu bilden und Ratschlaege zu geben. Ueber 93% aller Fondsmanger und Vermoegensverwalter liegen nach Kosten unter ihrem "nicht verwalteten" Vergleichsindex auf 30-Jahres-Sicht.

Der Goldpreis (und andere Preise) wird/werden von Milliarden Faktoren und Variablen beeinflusst, die unmoeglich vorherzusehen oder zu erahnen sind.

Die Arrgonanz des Menschen Entwicklungen mit einfachen Erklaerungen vorhersehen zu wollen scheint unendlich.

Herr wulff baer

19.08.2014, 09:10 Uhr

Dass Herr Paulson sein Gold nicht verkauft, hat sicher damit zu tun, dass er als weitsichtiger Mann die kommenden Ereignisse voraussehen kann.
Ich würde mein Gold auch nicht verkaufen.

Herr wulff baer

19.08.2014, 09:15 Uhr

Wenn man sich die Entwicklung des Goldpreises und den 98%igen Wertverlust seit 1930 z.B. des Dollar und anderer terminierter Papierwährungen anschaut, die Meere von neugedrucktem, ungedecktem Falschgeld berücksichtigt, hat es nicht schwer, vorauszusagen, wer am Ende der Gewinner sein wird.

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