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24.01.2017

18:06 Uhr

Trumps Finanzminister Mnuchin

„Ein übermäßig starker Dollar kann der Wirtschaft schaden“

VonMatthias Streit

US-Finanzminister Steven Mnuchin weist auf die Probleme des starken Dollars hin. Langfristig möchte er die US-Währung aber nicht weichspülen. Devisenanleger bangen: Ist die Stabilität des Währungsgefüges in Gefahr?

Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker wirft China „unfaire Taktiken“ vor. dpa

Steven Mnuchin

Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker wirft China „unfaire Taktiken“ vor.

FrankfurtAls der neue US-Präsident Donald Trump sich in der vergangenen Woche über den starken Dollar beschwerte, sprang sein designierter Finanzminister Steven Mnuchin ihm schnell mit einer Erklärungshilfe bei: Trumps Aussagen hätten sich nicht auf die lange Frist, sondern den aktuellen Kurs bezogen.

Was der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Mnuchin damit genauer meint, hat er nun in einer Stellungnahme an den Senat beschrieben. „Ein übermäßig starker Dollar“ könne der Wirtschaft kurzfristig schaden. Das heißt auch: Er könnte damit ein Hindernis in Trumps Wirtschaftsstrategie sein.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert aus einer schriftlichen Antwort Mnuchins auf die Frage von Senatoren, die die Folgen einer – hypothetischen – 25-prozentigen Dollar-Aufwertung wissen möchte.

Größte Banken im Devisenhandel (2016)

Platz 10

Morgan Stanley

2016: Rang 10

2015: Rang 13

Quelle: Euromoney, Mai 2016

Platz 9

XTX Markets

2016: Rang 9

2015: nicht im Ranking vertreten

Platz 8

HSBC

2016: Rang 8

2015: Rang 7

Platz 7

Goldman Sachs

2016: Rang 7

2015: Rang 9

Platz 6

Barclays

2016: Rang 6

2015: Rang 3

Platz 5

Bank of America Merrill Lynch

2016: Rang 5

2015: Rang 6

Platz 4

Deutsche Bank

2016: Rang 4

2015: Rang 2

Platz 2

JP Morgan

2016: Rang 3

2015: Rang 4

Platz 3

UBS

2016: Rang 2

2015: Rang 5

Platz 1

Citigroup

2016: Rang 1

2015: Rang 1

Dennoch macht Mnuchin klar: „Die Stärke des Dollars war in der Vergangenheit mit der Stärke der US-Wirtschaft verknüpft.“ Daran orientierten sich auch Investoren, die in Amerika Geschäfte machten.

Der Dollar-Kurs reagierte am Dienstag auf Mnuchins Aussagen. Gegenüber dem Euro stieg er um 0,2 Prozent auf 1,0737 Dollar je Euro.

In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ hatte sich Donald Trump in der vergangenen Woche kritisch gegenüber der Dollar-Aufwertung der vergangenen Monate erklärt, insbesondere wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit mit China geht. „Er [der starke US Dollar, Anm. d. Red.] bringt uns um“, erklärte Trump. Daraufhin machten sich Spekulationen breit, ob Trump nun mit der jahrzehntelangen Politik eines starken Dollars bricht.

Mnuchins Erklärungen sollten im Markt sicherlich für einige Aufklärung sorgen. Die Interpretation dürfte dem designierten Finanzminister – er muss noch vom Kongress bestätigt werden – aber nicht unbedingt gefallen.

„Der Hinweis auf die kurze Frist und die Tatsache, dass die für US-Finanzminister übliche Bekenntnis zu markt-bestimmten Wechselkursen fehlt, kann in diesem Zusammenhang aber nur so verstanden werden, dass Mnuchin eine (verbale) Manipulation der USD-Wechselkurse als legitimes Instrument betrachtet, sich also vom Konsens der G7-Staaten zu freien Wechselkursen verabschieden will“, kommentiert der Währungsanalyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Die Währungsordnung der vergangenen Jahrzehnte erscheine ihm „gefährdeter denn je“. Und: „In den vergangenen Jahren waberte immer wieder die Angst vor einem Währungskrieg durch den Markt. Jetzt wäre sie gerechtfertigter denn je, fürchte ich“.

Kommentare (3)

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Frau ibrahem ibrahem

24.01.2017, 18:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Chris Adam

25.01.2017, 09:50 Uhr

Ok Trump kann also machen was er will, zumindest hier wird er für alles geschollte. Macht er was er ankündigt(siehe Mauer) ist der Aufschrei groß. Macht ers nicht wie bei den Chinesen und der Währungsmanipulation, ÜBERRASCHUNG, ist der Aufschrei groß.Gibt er sich undiplomatisch, ist der Aufschrei groß, ÜBERRASCHUNG, gibt er sich diplomatisch, ist der Aufschrei groß.

Bitte liebe Medien(in diesem Fall HB), überlegt euch doch mal was ihr wollt, oder sagt einfach mal das ihr persönlich ein Problem mit dem Mann habt und diese ganze Kritik vorallem auf einem Bauchgefühl beruht!

Herr Lars Holm

30.01.2017, 15:51 Uhr

Bauchgefühl? Die Kritik des Handelsblatts beruht auf Bauchgefühl?
Herr Adam, setzen Sie sich doch bitte mit der Thematik auseinander, überprüfen Sie ggf.
angelsächsiche Zeitungen oder andere aus Europa, diese haben genauso über die Aussagen Trumps und dessen designiertem Finanzminister reagiert wie das Handelsblatt.
Also sollten Sie selbst hinterfragen woher Ihre Meinung entspringt und ob das nicht
eher dem postfaktischen zugeordnet werden müsste.
Wenn das HB diese Aussagen nicht kritisch hinterfragt, dann ist der Zeitpunkt gekommen, der Zeitung sein Vertrauen zu entziehen und nicht andersherum.

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