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23.01.2017

14:24 Uhr

Türkische Lira

Währung bröckelt vor Notenbanksitzung

Analysten erwarten höchstens eine geringe Zinserhöhung, wenn die türkische Notenbank an diesem Dienstag tagt. Der Euro gewann 0,8 Prozent gegenüber der Lira und stieg auf 4,0597 Lira.

Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Sommer verliert die Währung stetig an Wert. dpa

Wechselstube in Istanbul

Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Sommer verliert die Währung stetig an Wert.

FrankfurtAm Tag vor einer mit Spannung erwarteten Sitzung der türkischen Notenbank haben Anleger die Währung des Landes verkauft. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 3,78 Lira. Der Euro gewann sogar 0,8 Prozent auf 4,0597 Lira.

„Wir erwarten keine oder nur eine kleine Zinserhöhung“, schrieben die Analysten der Odeabank in einem Kommentar. In einer Reuters-Umfrage tippte die Hälfte der 18 befragten Börsianer auf eine Anhebung um 50 Basispunkte. Der UBS zufolge sei aber ein Schritt von 200 Basispunkten notwendig, um die Talfahrt der Lira zu stoppen.

Die Türkei leidet unter einer anziehenden Inflation. Gleichzeitig schwächelt die Wirtschaft, weil nach zahlreichen Anschlägen und wegen der politischen Turbulenzen nach dem Putschversuch vom vergangenen Sommer die wichtige Einnahmequelle Tourismus verebbt.

Um die Konjunktur nicht vollends abzuwürgen, hat die Notenbank bislang nur mit im Analysten-Jargon „versteckten Zinserhöhungen“ genannten Maßnahmen reagiert. So lockerte sie die Anforderungen für die Mindest-Devisenreserven der Geschäftsbanken, um den Kurs der Währung zu stützen.

„Die Zentralbank wird die Zinsen langsamer anheben als der Markt es erwartet“, urteilten die Experten der US-Bank Goldman Sachs. „Sie hat signalisiert, dass sie Liquiditätsmanagement Not-Zinserhöhungen vorzieht.“ Die Notenbank werte den aktuellen Abwertungsdruck als vorübergehend.

Von

rtr

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