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28.01.2014

15:58 Uhr

Türkische Währung

Hoffnung auf Zinserhöhung hilft türkischer Lira

Spekulationen auf eine Zinserhöhung in der Türkei stoppen vorerst den Kursverfall der Lira. Damit ist der erste Schritt getan, um die Währung zu stabilisieren. Jedoch muss das Land die Investoren zurückgewinnen.

Die Lira war bereits auf ein Rekordtief gefallen. Nun muss das Vertrauen der Investoren wiederhergestellt werden. Dazu ist mehr Transparenz nötig, wie sich die innenpolitische Situation weiter entwickelt. Reuters

Die Lira war bereits auf ein Rekordtief gefallen. Nun muss das Vertrauen der Investoren wiederhergestellt werden. Dazu ist mehr Transparenz nötig, wie sich die innenpolitische Situation weiter entwickelt.

FrankfurtSpekulationen auf eine kräftige Zinserhöhung in der Türkei haben den Kursverfall der Lira vorerst gestoppt. Ein Dollar kostete am Dienstag 2,2679 Lira. Am Vortag war die Lira noch auf ein Rekordtief gefallen - in der Spitze mussten 2,39 Lira für den Greenback gezahlt werden. Die Mitglieder der türkischen Zentralbank wollten im Lauf des Tages zu einer Krisensitzung zusammenkommen - Experten rechneten mit einer aggressiven Zinserhöhung um 225 Basispunkte auf zehn Prozent. Derzeit notiert der Zins, den Banken zahlen, wenn sie sich über Nacht Geld leihen, bei 7,75 Prozent. Der eigentliche Leitzins liegt bei 4,5 Prozent. Auch hier schließen Analysten eine Erhöhung nicht aus.

„Eine kräftige Zinserhöhung ist längst überfällig und wäre der erste Schritt, um die Lira zu stabilisieren“, urteilten die Analysten der Metzler Bank. Allein seit Jahresanfang hat die türkische Währung fast zwölf Prozent an Wert verloren. Viele Anleger zogen ihr Geld zuletzt aus der Türkei und anderen Schwellenländern ab, weil die Straffung der US-Geldpolitik Investitionen in den USA wieder attraktiver macht. Ob die US-Notenbank ihre monatlichen Geldspritzen von derzeit 75 Milliarden Dollar weiter zurückfährt, wird sie am Mittwoch zum Abschluss ihrer zweitägigen Sitzung verkünden. Die Fed hatte im Januar mit einer Reduzierung ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe begonnen.

Weltweite Währungsreserven

2004

Gesamt: 2,655 Billionen

US Dollar: 1,739 Billionen (65,45 %)
Britisches Pfund: 0,093 Billionen (3,50 %)
Yen: 0,114 Billionen (4,29 %)
Schweizer Franken: 0,004 Billionen (0,15 %)
Euro: 0,655 Billionen (24,67 %)

2005

Gesamt: 2,844 Billionen

US Dollar: 1,891 Billionen (66,49 %)
Britisches Pfund: 0,107 Billionen (3,76 %)
Yen: 0,113 Billionen (3,97 %)
Schweizer Franken: 0,004 Billionen (0,14 %)
Euro: 0,679 Billionen (23,87 %)

2006

Gesamt: 3,315 Billionen

US Dollar: 2,158 Billionen (65,10 %)
Britisches Pfund: 0,15 Billionen (4,52 %)
Yen: 0,115 Billionen (3,47 %)
Schweizer Franken: 0,006 Billionen (0,18 %)
Euro: 0,827 Billionen (24,95 %)

2007

Gesamt: 4,119 Billionen

US Dollar: 2,631 Billionen (63,87 %)
Britisches Pfund: 0,199 Billionen (4,83 %)
Yen: 0,131 Billionen (3,18 %)
Schweizer Franken: 0,006 Billionen (0,15 %)
Euro: 1,076 Billionen (26,12 %)

2008

Gesamt: 4,21 Billionen

US Dollar: 2,685 Billionen (63,78 %)
Britisches Pfund: 0,178 Billionen (4,23 %)
Yen: 0,146 Billionen (3,47 %)
Schweizer Franken: 0,14 Billionen (0,15 %)
Euro: 1,104 Billionen (26,22 %)

2009

Gesamt: 4,59 Billionen

US Dollar: 2,848 Billionen (62,05 %)
Britisches Pfund: 0,195 Billionen (4,25 %)
Yen: 0,133 Billionen (2,90 %)
Schweizer Franken: 0,005 Billionen (0,11 %)
Euro: 1,27 Billionen (27,67 %)

2010

Gesamt: 5,163 Billionen

US Dollar: 3,193 Billionen (61,84 %)
Britisches Pfund: 0,203 Billionen (3,93 %)
Yen: 0,189 Billionen (3,66 %)
Schweizer Franken: 0,007 Billionen (0,14 %)
Euro: 1,343 Billionen (26,01 %)

2011

Gesamt: 5,652 Billionen

US Dollar: 3,525 Billionen (62,37 %)
Britisches Pfund: 0,217 Billionen (3,84 %)
Yen: 0,204 Billionen (3,61 %)
Schweizer Franken: 0,004 Billionen (0,07 %)
Euro: 1,394 Billionen (24,66 %)

2012

Gesamt: 6,085 Billionen

US Dollar: 3,715 Billionen (61,05 %)
Britisches Pfund: 0,245 Billionen (4,03 %)
Yen: 0,248 Billionen (4,08 %)
Schweizer Franken: 0,018 Billionen (0,30 %)
Euro: 1,477 Billionen (24,27 %)

2013 (Q3)

Gesamt: 6,191 Billionen

US Dollar: 3,803 Billionen (61,43 %)
Britisches Pfund: 0,242 Billionen (3,91 %)
Yen: 0,239 Billionen (3,86 %)
Schweizer Franken: 0,017 Billionen (0,27 %)
Euro: 1,496 Billionen (24,16 %)

Um das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen, sei - neben einer Zinserhöhung - jedoch auch mehr Klarheit notwendig, wie sich die innenpolitische Situation weiter entwickle, mahnte ein Händler. Die im Dezember bekanntgewordenen Korruptionsermittlungen, die bis in das Umfeld von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reichen, hatten die Währung in den vergangenen Wochen ebenfalls stark belastet. Unter Erdogan, der drei Wahlen gewonnen hat, erlebte die Türkei einen Wirtschaftsboom. Zur Finanzierung ihres Wirtschaftswachstums ist die Türkei allerdings stark von ausländischem Kapital abhängig.

Von

rtr

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