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17.02.2012

09:55 Uhr

Umtauschfrist endet

Der Franc ist tot, es lebe der Franc!

VonThomas Hanke

Mit dem heutigen Tag geht in Frankreich die Umtauschfrist für alte Franc-Geldscheine zu Ende. Doch mancher Euro-Skeptiker wünscht sich die alten Scheine zurück.

Noch bis zum heutigen Freitag können die Franzosen ihre alten Franc-Geldscheine umtauschen. dpa

Noch bis zum heutigen Freitag können die Franzosen ihre alten Franc-Geldscheine umtauschen.

ParisDie Zeit wird für alle, die ihre Drucke bekannter französischer Persönlichkeiten noch in schnöde Euro-Scheine umtauschen möchten, knapp: Denn heute endet die Frist für die Rückgabe von alten Franc-Noten in Euro-Bargeld. Ab morgen gilt nicht mehr der aufgedruckte Wert von 500 oder 20 Francs, geteilt durch 6,55 - der Umtauschkurs zum Euro -, sondern nur noch der Brennwert. Und der ist wesentlich niedriger. Wer sein Altpapier noch loswerden möchte, muss sich aber in eine Zweigstelle der Banque de France oder des französischen Trésor bemühen; die Geschäftsbanken nehmen sie nicht an.

Das Ende des Franc trifft zeitlich genau zusammen mit der Debatte so mancher Euro-Skeptiker über die Wiedereinführung der Drachme in Griechenland, der D-Mark in der Bundesrepublik oder auch des Franc in Frankreich. Hier träumen vor allem die extreme Rechte und Teile der äußersten Linken von einer Rückkehr zum alten Geld.

Doch mit all dem hat das Ende der Franc-Noten als Wertaufbewahrungsmittel nichts zu tun, selbst wenn es wie ein gezieltes politisches Statement wirken mag. In Frankreich ist es schlicht so, dass zehn Jahre nachdem eine Serie von Banknoten durch eine neue ersetzt wird, die Frist für den Umtausch in die neuen Geldscheine endet. Auch Griechenland will den Umtausch beenden, im Gegensatz zur Bundesrepublik.

Da Anfang 2002 das Euro-Bargeld eingeführt wurde, erwischt es nun die letzten Franc-Scheine. Sie werden in der Druckerei der Banque de France in Chamalìeres im Massif Central vernichtet.

Die meisten Franzosen haben allerdings nicht bis heute gewartet. Man schätzt, dass im vergangenen Jahr nur noch alte Scheine im Wert von umgerechnet rund 600 Millionen Euro im Umlauf waren. Das ist nur ein Bruchteil des ursprünglichen Umlaufs an Franc-Scheinen, der Ende 2001 umgerechnet 31 Milliarden Euro ausmachte. Die Franzosen hängen weniger an ihren alten Scheinen als die Deutschen, die noch rund 6,5 Milliarden Mark horten. Dabei wird in Frankreich noch immer auf vielen Kassenbons der Rechnungsbetrag in Franc umgerechnet aufgedruckt. Aber das hat weniger mit Nostalgie als mit Dienst an den Kunden zu tun, die nicht in Euro rechnen können. Oder wollen.

Seit September wurden Drucke von Pierre und Marie Curie (500 Franc), Gustave Eiffel (200), Paul Cezanne (100), Antoine de Saint-Exupéry (50) und Claude Debussy (20 Franc) im Wert von 44 Millionen Euro zurückgegeben, sagte gestern eine Sprecherin der Banque de France.

Nach Ablauf der Umtauschfrist können keine Forderungen mehr an die Banque de France geltend gemacht werden, so dürfte sich also ein hübscher Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro aus dem Gelddrucken ergeben. Den Brennwert nicht eingerechnet.

Kommentare (5)

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P17

17.02.2012, 11:49 Uhr

Geht´s noch? Was soll denn dieser Spruch: "Hier träumen vor allem die extreme Rechte und Teile der äußersten Linken von einer Rückkehr zum alten Geld." Diese Behauptung ist eine bodenlose Frechheit. Ich bin seit Mitte der Neunziger Jahre gegen den EURO und zwar aus guten Gründen. Die unlösbaren Probleme denen wir derzeit gegenüberstehen, hätten wir unter nationalen Währungen nicht. Der EURO ist eine katastrophale Mißgeburt, welche die externe Wettbewerbsfähigleit der PIIGS + F zerstört hat. Und dies ist keinesfalls überraschend, sondern war zwingend, da systemimmanent. Und, um noch einmal auf diese bewußt diffamierende Behauptung zurückzukommen, ich bin weder rechts noch links, sondern mein Standort ist die Mitte unserer Gesellschaft, wie der von den meisten EURO-Gegnern auch. Aber mich zeichnet etwas anderes aus, eine hohe Expertise in Geld- und Währungsfragen - im Gegensatz zu den Illusionsküntlern der EU-Kommision und unserer Regierung.

Account gelöscht!

17.02.2012, 13:35 Uhr

Wenn Leute sich zu ihrer alten Währung zurücksehnen hat das mit Sicherheit nichts mit "Rechts oder Links" zu tun, sondern zeigt die Unzufriedenheit der Bürger mit der "Pesudowährung" Euro. Die "sogenannten Experten" hatten bei der Einführung des Euros die unterschiedlichen Strukturen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Staaten nicht bedacht oder ignoriert. Wobei dieses jeder "Normalbürger" damals zu bedenken gab. Aber der unsachliche Bericht spiegelt erneut die Fähigkeiten dieser "Möchtegern-Experten" wider.

diktatur

18.02.2012, 14:44 Uhr

Bodenlose Unverschämtheit vom Handelsblatt - Diffamierung redlicher Bürger. Hier werden EURO-Gegner als Links bzw Rechtsradikal denunziert. Das passt alles genau zu dem EU-System. Im Gegenteil, die EU wird wohl demnächst ihre Gestapo-Truppen losschicken um diesen verheerenden Wahnsinn durchzusetzen. Das Handelsblatt kann sich als Handlanger rühmen!

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