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28.01.2005

08:22 Uhr

Unsicherheitsfaktor für den Preis bleibt Saudi-Arabien

Nervosität vor Opec-Treffen steigt

VonRegine Palm und Thomas Wiede (Handelsblatt)

Kurz vor dem Treffen der Organisation Erdöl produzierender Länder (Opec) am Wochenende in Wien zeichnet sich ab, dass die Minister des Ölkartells die Förderquoten unverändert lassen werden. Mehrere Mitgliedsländer, darunter Libyen und Kuwait, haben darauf hingewiesen, dass eine weitere Senkung der Quoten bei dem derzeitigen Ölpreisniveau nicht sinnvoll sei. Die Opec hatte erst bei ihrem Treffen in Kairo im Dezember die Kürzung der Produktion von einer Mill. Barrel pro Tag beschlossen. Ein Barrel entspricht 159 Liter.

DÜSSELDORF. Das europäische Brentöl notierte gestern bei rund 46,50 Dollar je Barrel. Die US-Richtmarke WTI nahm erneut die Marke von 50 Dollar ins Visier, auch wegen der Unsicherheit vor den Wahlen im Irak am Sonntag. Ölanalysten wie Dennis Nacken von Helaba Trust halten es mit Blick auf das Treffen am Wochenende für möglich, „dass die Opec zum Frühjahr eine Kürzung der Förderung anvisiert“. Dahinter stehe die Annahme, dass die Nachfrage nach Heizöl saisonal nachlasse.

Ein Unsicherheitsfaktor für den Preis bleibt Saudi-Arabien. Der wichtigste Opec-Produzent hat bisher keine klare Position bezogen. Der saudische Ölminister Ali al-Naimi ließ lediglich durchblicken, dass die Opec mit einer Entscheidung über eine Drosselung der Förderung noch bis zum zweiten Quartal warten müsse.

Saudi-Arabien habe sich von einer „Preis-Taube“ in einen „Preis-Falken“ verwandelt, schreibt das Center for Global Energy Studies (CGES) in einem Report. Im Land selbst sei eine Diskussion darüber entbrannt, ob es sinnvoller sei, Milliarden Dollar in den Ausbau der Produktion zu stecken oder die Investitionen einzusparen und dafür die Gunst der hohen Ölpreise zu nutzen, zumal die Weltwirtschaft offenbar nicht zu sehr unter ihnen leide, schreiben die Ölexperten. Das Königreich hat im vergangenen Jahr Schätzungen zufolge rund 106 Mrd. Dollar an seinen Ölexporten verdient – so viel wie nie zuvor.

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