Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2012

12:49 Uhr

Unter Druck

Euro weiter bei Zwei-Jahres-Tief

Die verfahrene Lage in der Schuldenkrise setzt den Euro weiter unter Druck. Zwar kann die Gemeinschaftswährung gegenüber Dienstag etwas Boden gutmachen. Weiterhin notiert der Euro jedoch nahe seines Zwei-Jahres-Tiefs.

Binnen Jahresfrist hat der Euro mehr als zwanzig Cent an Wert verloren. dpa

Binnen Jahresfrist hat der Euro mehr als zwanzig Cent an Wert verloren.

FrankfurtDer Euro bleibt Händlern zufolge vorläufig angeschlagen. Zu unsicher sei die Lage in Europa, erklärten Analysten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2260 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Am Dienstagabend war der Euro mit 1,2233 Dollar auf einen neuen Tiefstand seit gut zwei Jahren gefallen. Ein Dollar war zuletzt 0,8150 Euro wert. Die EZB hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag auf 1,2285 (Montag: 1,2293) Dollar festgesetzt.

„Ich kann mir zwar vorstellen, dass der Euro sich kurzfristig zum Dollar mal erholt, aber ich kann mir wirklich kaum vorstellen, in den nächsten Monaten Euro zu kaufen, um eine Longposition aufzubauen“, brachte Masashi Murata, Währungsstratege bei Brown Brothers Harriman in Tokio, die Stimmung auf den Punkt.

Die Analysten der Metzler Bank rechnen mit einer raschen Abschwächung des Euro, sollte die Gemeinschaftswährung den charttechnisch wichtige 200-Monats-Durchschnittskurs bei etwa 1,2053 Dollar nicht halten können. Aus fundamentaler Sicht sei die Lage aber schwieriger, denn auch in den USA kommt die Lösung der Schuldenproblematik nicht voran, warnten die Analysten.

Nach starken Verlusten in der vergangenen Woche hat sich der Euro seit Montag recht stabil gehalten. Dennoch steht die Gemeinschaftswährung wegen der verfahrenen Lage in der Schuldenkrise stark unter Druck. Binnen Jahresfrist hat der Euro mehr als zwanzig Cent an Wert verloren.

Unlängst hatte sich die Talfahrt beschleunigt, weil sich die EZB mit zusätzlichen Hilfen für den Bankensektor zurückhält und anders als andere große Notenbanken einen Ankauf von Staatsanleihen ablehnt. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte zuletzt, dass sich die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu den Eilanträgen gegen den Rettungsfonds ESM und den europäischen Fiskalpakt länger als gedacht hinziehen könnte. Karlsruhe wird womöglich erst in einigen Monaten ein Urteil verkünden könne, hatte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle am Dienstag klargemacht.

Auch am Rentenmarkt bleibt die Lage angespannt. Die Renditen der italienischen zehnjährigen Anleihen gaben am Morgen zwar leicht auf 5,92 von 5,95 Prozent nach. Doch klang vielen Marktteilnehmern die Aussagen des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti im Ohr, wonach es gefährlich sei zu behaupten, Italien würde niemals unter den Rettungsschirm schlüpfen. Die Renditen der spanischen Anleihen notierten bei 6,81 nach 6,82 Prozent am Vorabend. Der Bund-Future notierte kaum verändert bei 144,08 Punkten.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.07.2012, 09:58 Uhr

Hoffentlich schmiert das Ding endlich so richtig ab.

FranzSchindlbeck

11.07.2012, 12:05 Uhr

Hallo,ich glaube man sollte das ganze nicht zu ernst bewerten.Der Euro kommt wieder in wirklichkeit sind USD und Euro schon lange nichts mehr wert.Die Währungen werden doch alle nur noch künstlich am Leben gehalten und trotzdem funktioniert es.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×