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25.05.2011

16:15 Uhr

US-Behörde ermittelt

Kriminelle Preistreiber auf dem Ölmarkt

Der steile Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Jahren beschäftigt jetzt auch die US-Marktaufsicht. Der Verdacht: Ölhändler haben die Preise manipuliert. Es geht um illegale Millionengewinne.

Ölhändler auf dem Parkett der International Petroleum Exchange in London: Marktwächter ermitteln wegen Preismanipulationen. Quelle: Reuters

Ölhändler auf dem Parkett der International Petroleum Exchange in London: Marktwächter ermitteln wegen Preismanipulationen.

Washington, New YorkDie Ölpreis-Bonanza der vergangenen Jahre ruft jetzt die Aufsichtsbehörden auf den Plan. Der Verdacht der US-Marktaufsicht CFTC: In mindestens einem Fall waren kriminelle Preistreiber am Werk. Nach Meinung der Marktwächter war die Preisexplosion Anfang 2008 das Ergebnis eines abgekarteten Spiels von Ölhändlern aus den USA, Großbritannien, der Schweiz und Australien. An ihren illegalen Geschäften sollen die Firmen und die dahinter steckenden Personen insgesamt mehr als 50 Millionen Dollar (36 Mio Euro) verdient haben.

Die CFTC reichte am Dienstag Klage beim Bezirksgericht in Manhattan ein. Ihrer Meinung nach haben die Beklagten von Januar bis April 2008 die Ölpreise an der New Yorker Rohstoffbörse NYMEX durch Manipulationen auf mehr als 100 Dollar pro Fass hochgetrieben.

Nachdem die Wirtschaftskrise die Preise über ein paar Monate gedrückt hatte, haben sie heute schon wieder diese Region erreicht. Der Autofahrer merkt es an der Tankstelle. Die Händler haben den Weltmarkt nach den Erkenntnissen der Aufsicht auf verblüffend einfache Weise manipuliert: Die Firmen kauften demnach am wichtigen US-Ölumschlagplatz Cushing in Oklahoma massenweise Rohöl auf, was die Preise in die Höhe trieb.

Da sich die Märkte weltweit an Cushing orientierten, habe das Öl plötzlich rund um den Globus mehr gekostet. Parallel hätten die beklagten Firmen an der New Yorker Börse Wetten auf steigende Ölpreise abgeschlossen. Das gleiche Spiel trieben die Firmen nach den Erkenntnissen der CFTC, als sie das Öl in einem Rutsch wieder verkauften.

Die Klage wirft den Händlern vor, dass sie vorher Wetten auf fallende Preise abgeschlossen haben und abermals kassierten. Wenn das Gericht der Ansicht der Marktaufsicht folgt, droht den Händlern eine Strafe von insgesamt
200 Millionen Dollar. In den USA war nach dem Preissprung eine Diskussion um eine strengere Regulierung der Märkte entbrannt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.05.2011, 18:20 Uhr

Endlich der richtige Weg, es kann nicht sein, das das Leben von Millionen Menschen wegen einigen Zockern unerträglich wird. Dies gilt eigentlich auch für andere Rohstoffe. Der Nimmersatt-Hunger der Börsianer oder Daytrader muss ein Ende haben, damit wieder Gleichgewicht zwischen Börse und Realwirtschaft entstehen kann.

Account gelöscht!

27.05.2011, 06:47 Uhr

Die CFTC sollte sich einmal selbst die Frage vorlegen, was eigentlich ihr Job ist und wie sie den tatsächlich ausübt.

Schon in den 90ern wurde gewarnt, daß diese Behörde ihre Tätigkeit nur unzulänglich ausübt und außerdem auch nur höchst mangelhaft mit den erforderlichen ordnungspolitischen Werkzeugen ausgerüstet ist.

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