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12.03.2012

15:07 Uhr

US-Geldpolitik

Dollar wird durch Spekulationen gestützt

Der Dollar hat von Spekulationen auf eine schwächere geldpolitische Lockerung profitiert. Zu einigen Währungen konnte der Dollar Boden gutmachen. Im Fokus der Anleger bleibt aber die Schuldenproblematik in der Euro-Zone.

Der Euro notierte am frühen Nachmittag um 1,3115 Dollar. dpa

Der Euro notierte am frühen Nachmittag um 1,3115 Dollar.

FrankfurtSpekulationen auf eine weniger massive weitere Lockerungsrunde der US-Notenbank als bisher erwartet haben am Montag den Dollar unterstützt. Der Greenback konnte zwar nicht zu allen Währungen Boden gutmachen. Doch deutete vieles darauf hin, dass der Dollar künftig wieder etwas mehr Rückenwind von der Zinsseite bekommt. „Weniger geldpolitische Lockerung in den USA ist positiv für den Dollar“, erklärte RBS-Währungsstratege Paul Robson. Über kurz oder lang werde der Dollar zum Yen, Euro und Pfund Sterling gewinnen.

Am Montag waren diese Gewinne allerdings noch recht moderat: Der Euro notierte am frühen Nachmittag um 1,3115 Dollar, was in etwa dem Schlussniveau vom Freitag entsprach. Zeitweise hatte die Gemeinschaftswährung im asiatischen Handel mit 1,3080 Dollar allerdings ihren niedrigsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Auch zum Yen legte der Dollar nur kurz auf 82,52 Yen von 82,40 Yen am Freitagabend in New York zu, bröckelte bis zum Nachmittag aber wieder auf 82,20 Yen ab. Das Pfund Sterling rutschte auf ein Sechs-Wochen-Tief von 1,5612 Dollar.

Auslöser der Spekulationen waren unerwartet gute Arbeitsmarktdaten aus den USA. Viele Analysten revidierten danach ihre Prognosen über ein drittes massives Anleihekaufprogramm durch die Fed. Nach einer am Freitagabend vorgenommenen Reuters-Umfrage unter US-Geldhändlern rechnen zwar nach wie vor viele damit, dass die Fed im weiter Jahresverlauf erneut der Wirtschaft mit Anleihekäufen unter die Arme greift. Doch vermuten die Experten, dass die Fed dabei etwas weniger freigiebig als noch vor wenigen Wochen erwartet sein könnte. Der Offenmarktausschuss der Fed wird am Dienstag regulär über die Zinspolitik entscheiden. Überwiegend wurde ein Festhalten an der derzeitigen Nullzinspolitik ohne neue Anleihekäufe erwartet.

Im Fokus der Anleger bleibt ungeachtet der Fed-Spekulationen die Schuldenproblematik in der Euro-Zone. Börsianer fürchten, dass Portugal, Spanien oder Italien wieder in den Fokus geraten könnten. Als positiv sahen Händler aber das langsame Abschmelzen der Übernacht-Einlagen der Banken bei der EZB an. „Das zeigt, das Zentralbankgeld offenbar nun investiert wird - möglicherweise auch in Staatsanleihen, was ja im Sinne der EZB wäre“, fasste ein Geldmarkthändler zusammen. Nach dem zweiten Drei-Jahres-Tender der EZB Ende Februar waren die italienischen Renditen auch unter fünf Prozent gerutscht.

Am Montag waren allerdings Gewinnmitnahmen angesagt. Die Renditen der italienischen und spanischen zehnjährigen Anleihen zogen wieder etwas an. Dabei hinkten die italienischen Zinsen den spanischen hinterher, was als positives Zeichen für Italien - und negatives für Spanien - gesehen wurde. Die Regierung in Madrid hat mit einem höheren Defizitziel einige Anleger verprellt.

Bundesanleihen - sie gelten als sicherer Anlagehafen - blieben dagegen gefragt: die Rendite der zehnjährigen Papiere rutsche auf 1,773 von 1,796 Prozent am Freitag. Der Bund-Future kletterte um 21 Ticks auf 138,69 Punkte. Der Bund konnte fast zum Nulltarif frisches Geld aufnehmen: Bei der Auktion von sechsmonatigen Bundesschatzanweisungen nahm die Bundesrepublik 3,4 Milliarden Euro zum Zins von 0,0531 Prozent ein.

Von

rtr

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