Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2017

12:41 Uhr

US-Reserven steigen

Ölpreis rutscht unter 50 Dollar

Ein überraschender Anstieg der US-Reserven lässt den Ölpreis unter die 50-Dollar-Marke sinken. Das könnte die Opec zu weiteren Förderkürzungen zwingen. Derweil schmeißen Händler Aktien von Öl-Konzernen aus den Depots.

Die Opec-Staaten sind sind über weitere Förderkürzungen noch nicht einig. Möglich, dass der jüngste Ölpreisrutsch sie zu weiterer Drosselung zwingen wird. dpa

Ölfeld im Irak

Die Opec-Staaten sind sind über weitere Förderkürzungen noch nicht einig. Möglich, dass der jüngste Ölpreisrutsch sie zu weiterer Drosselung zwingen wird.

DüsseldorfAn den Rohstoffmärkten machen die Bären Stimmung: Der Preis für die US-Sorte WTI fiel Donnerstag zwischenzeitlich unter die 50-Dollar-Marke und damit das erste Mal seit dem 15. Dezember. Zuletzt stand der Rohstoff bei 49,2 US-Dollar je Barrel und damit gut zwei Prozent tiefer als am Vortag. Auch die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich. Am Vormittag kostete ein Barrel 51,2 US-Dollar und damit 1,8 Prozent weniger als am Vortag.

Bereits in der Nacht kam es zu einem starken Preisrutsch der beiden Ölsorten. Unmittelbar dafür sorgten die jüngsten Zahlen der US-Energie-Agentur (EIA). Diese gab bekannt, dass die US-Ölreserven in der vergangenen Woche um 8,2 Millionen Barrel gestiegen, wobei Analystenmit einem Anstieg um gerade einmal zwei Millionen Barrel gerechnet hatten. Es war wohl die Überraschung, die zu einer so starken Reaktion führte.

Steigende Preise: Die neue Ölschwemme

Steigende Preise

Premium Die neue Ölschwemme

Mit der Erholung des Ölpreises drängen die Produzenten von Schieferöl, das mit der Fracking-Methode gewonnen wird, zurück an den Markt. Dabei ist jetzt schon klar: Die Welt hat mehr Öl, als sie je verbrauchen wird.

Jedoch dürften die EIA-Zahlen nicht der einzige Grund dafür sein, weshalb es für Öl wieder nach unten geht. Eine wichtige Rolle spielt auch die Opec. Denn die Mitglieder des Öl-Förderkartells sind sich uneinig, ob sie auch im zweiten Halbjahr 2017 die Fördermengen weiter begrenzen und die Preise so stabilisieren wollen. Während Länder wie Angola und Irak sich für die Förderbegrenzung aussprachen, gibt sich das mächtige Saudi-Arabien unentschlossen. Das Königreich habe noch keine Entscheidung getroffen, sagte der Energieminister des Landes, Khalid al-Falih, auf einer Konferenz in Huston. Man wolle die Konferenz der Opec-Minister im Mai abwarten.

Das Dilemma der Opec-Staaten: Um die Preise für das Öl zu stabilisieren, müssen sie ihre Produktion drosseln und somit auf einen Teil der Einnahmen verzichten. Allerding werden ihre Bemühungen von den steigenden US-Ölreserven zunichte gemacht. Die 50-Dollar-Marke gilt bei Händlern als die Schmerzgrenze, welche die ölreichen Staaten zum Verhandeln über weitere Fördermengenkürzungen bringen könnte. Sie setzen nun ihre Hoffnungen auf den Mai. Der Monat ist nicht nur wegen des Treffens wichtig, sondern weil da auch die Feriensaison steigt. Die stärkere Nachfrage nach Benzin könnte sich auf die Ölpreise auswirken.

Unter dem jüngsten Preisrückgang für Öl leiden nicht nur die Rohstoff- sondern auch die Aktienmärkte. So schmissen Händler am Mittwoch Aktien großer Energieunternehmen aus ihren Depots. Die Exxon-Aktie verlor rund 1,8 Prozent, Chevron-Papiere büßten fast zwei Prozent ein. Der S&P 500 Energie-Index rutschte gut zwei Prozent tiefer. Auch in Europa hatten die Öl-Aktien keine besonders guten Tag. Der STXE 600-Oil & Gas-Index, in dem unter anderem Total und BP gelistet sind, verlor gut 2,8 Prozent. Größte Verlierer waren die Aktien von Tullow Oil mit einem Minus von 5,8 Prozent, Repsol-Papiere, die 2,9 Prozent verloren sowie die Aktien von Royal Dutch Shell.

Von

jur

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.03.2017, 13:48 Uhr

Billige Energieträger wie Oel, Gas, Kohle sind die beste Basis für Wohlstand und ein modernes Leben. Zerschlagt endlich dieses marktfeindliche OPEC KARTELL!!! Dieses Kartell ist der größte Feind einer freien und fortschrittlichen Wohlstandsgesellschaft. Danke!

Rainer von Horn

09.03.2017, 14:26 Uhr

Wenn die westlichen Industriestaatem erst alle auf Erneuerbare Energien umgestiegen sind, dann fällt halt der Preis umso mehr für Öl, Gas und Kohle für die restlichen Staaten der Erde, die sich eine Energiewende nicht leisten können und sorgt da für einen sorglosen Umgang mit fossiler Energie. Ist eine Art Entwicklungshilfe. Von daher verstehe ich das Problem nicht. Ist doch schön, wenn Inder und Afrikaner billiges Öl in Hülle und Fülle verbrennen können, während wir in Europa das Klima retten.

Account gelöscht!

09.03.2017, 15:30 Uhr

Sehr gut, die Amis zwingen die Saudis auf die Knie ! Das ich das noch erleben darf
nach all den Jahren der OPEC Herrschaft. Preiswerte Energie, das heißt Wohlstand
für alle aber nur ohne die Öko-Faschisten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×