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29.07.2011

14:48 Uhr

US-Schuldendrama

Rohstoffmärkte zeigen sich nervös

Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA beunruhigt die Märkte: Die Preise für Rohöl und Kupfer fallen, der Goldpreis stagniert. Die Unsicherheit im US-Streit ruft auch die Chinesen auf den Plan.

Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA beunruhigt die Rohstoffmärkte. Quelle: dapd

Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA beunruhigt die Rohstoffmärkte.

FrankfurtDas anhaltende Gezerre um eine Anhebung der US-Schuldengrenze hat die Rohstoffmärkte weiter fest im Griff. Das Nordseeöl Brent verbilligte sich am Freitag um 0,3 Prozent auf 117,05 Dollar je Fass, US-Öl der Sorte WTI kostete 96,81 Dollar, 0,7 Prozent weniger als am Vortag. Gold, das in Krisen gerne als sicherer Anlage-Hafen angesteuert wird, notierte mit 1615 Dollar nahezu unverändert. Das Edelmetall ist in den vergangenen Wochen immer wieder auf neue Rekordhochs geklettert. Seit Monatsbeginn hat der Goldpreis fast acht Prozent zugelegt.

Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit, sollten sich die politischen Lager in Washington im Schuldenstreit nicht bald auf eine Lösung einigen. „Offenbar läuft alles auf einen Deal in der letzten Minute hinaus“, sagte Thorbjörn Bak Jensen, Öl-Analyst bei Global Risk Management. Solange das Hin und Her weitergehe, dürften die Investoren keine großen Sprünge wagen, prognostizierte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.

Am Donnerstagabend hatten die Republikaner eine Abstimmung über einen Plan zur Lösung der Schuldenkrise überraschend abgesagt. Damit blieb zunächst unklar, wie es in dem seit Wochen dauernden Drama weitergeht. Experten fürchten, dass die USA bei einer längeren Zahlungsunfähigkeit in die Rezession abstürzen und damit auch die Weltwirtschaft insgesamt nach unten ziehen dürfte.

Am Freitag schaltetet sich auch China - eine der größten Gläubiger der USA - in ungewöhnlich scharfer Form in den US-Streit ein. Die mächtigste Wirtschaftsnation der Welt sei von gefährlich verantwortungslosen Politikern als Geisel genommen worden, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar.

Am Kupfermarkt machten sich die Ängste vor einer Zahlungsunfähigkeit der USA ebenfalls bemerkbar. Der andauernden Streik in der Escondida-Mine in Chile trieb den Preis mit 9895 Dollar je Tonne zunächst auf den höchsten Stand seit Mitte April. Händlern zufolge sorgte die Unsicherheit über den Ausgang des US-Schuldenstreits dann aber wieder für Verkaufsdruck. Kupfer notierte am frühen Nachmittag 0,6 Prozent schwächer bei 9760 Dollar je Tonne.

Von

rtr

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