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08.06.2011

15:53 Uhr

US-Wirtschaft

Dollar auf tiefstem Stand seit Anfang Mai

Statt dem belasteten Dollar über den Euro auszuweichen, haben am Mittwoch viele Anleger zum Yen gegriffen. Die griechische Krise ließ die europäische Währung hingegen mehr als einen halben US-Cent verlieren.

Ben Bernankes Rede zur Wirtschaftslage der USA hat den Dollar abrutschen lassen. Quelle: dpa

Ben Bernankes Rede zur Wirtschaftslage der USA hat den Dollar abrutschen lassen.

FrankfurtAussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke über die Schwäche der US-Wirtschaft haben den Dollar am Mittwoch belastet. Doch anstatt Euro zu kaufen, gingen viele Anleger in den Yen, so dass der Dollar unter 80 Yen je Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang Mai abrutschte.

Dem Euro setzte dagegen ein überraschender Rückgang der Industrieproduktion im April in Deutschland sowie die griechische Schuldenkrise zu. Mit 1,4620 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am frühen Nachmittag mehr als einen halben US-Cent niedriger als am Vortag.

Bernanke hatte in einer Rede am Vorabend eingeräumt, dass die US-Konjunktur sich in diesem Jahr etwas schwächer als erwartet entwickelt. Zwar beteuerte er die Notwendigkeit einer weiteren konjunkturstimulierenden Politik. Konkrete Hinweise darauf, ob die Fed ihre ultralockere Geldpolitik nach dem Auslaufen des derzeitigen Ankaufprogramms für Staatsanleihen aber fortsetzen wird, gab er nicht.

"Die Fed scheint mit ihrer derzeitigen Politik ganz zufrieden zu sein", erklärte Goldman-Sachs-Analyst Jan Hatzius. An eine Straffung der US-Geldpolitik sei aber vorläufig wohl kaum zu denken. Christian Lawrence, Währungsstratege bei RBC Capital Markets, vermutet, dass einige Anleger aber mit Hinweisen auf ein neues Anleihen-Ankaufprogramm gerechnet hatten.

Nachdem der Dollar durch die 80-Yen-Marke gerutscht sei, könnten wieder neue Interventionsgerüchte seitens der japanischen Notenbank aufkommen, urteilten die Analysten der Metzler Bank in Frankfurt. Japans Regierungssprecher Yukio Edano warnte denn auch gleich, Tokio beobachte die Wechselkurse genau.

Händler beschrieben den Anstieg des Yen allerdings auch als eine Ablenkung von den Spekulationen um den Euro. Denn an den Märkten wird damit gerechnet, dass EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der turnusmäßigen Ratssitzung eine Anhebung der Zinsen für Juli signalisieren wird. Sollte der Codebegriff "hohe Wachsamkeit" hinsichtlich der Inflationsgefahren allerdings nicht fallen, könnte es laut Börsianern mit dem Euro schnell wieder nach unten gehen.

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