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27.02.2013

13:27 Uhr

Uwe Bergold im Interview

„Die eigentliche Gold-Rally kommt erst noch“

VonSara Zinnecker

Der Goldpreis gibt nach, Minenaktien brechen ein. Nur rein ins Investment, sagt Goldexperte Uwe Bergold. Warum er glaubt, dass die Korrekturen ungerechtfertigt sind und Förderunternehmen bald alle Rekorde brechen.

Uwe Bergold: "Nie waren Minenaktien stärker unterbewertet".

Uwe Bergold: "Nie waren Minenaktien stärker unterbewertet".

Herr Bergold, Goldman Sachs sagt das Ende der Gold-Rally voraus.
Soweit sind wir noch nicht.

Zuletzt ging es mit dem Goldpreis aber abwärts...
... und trotzdem rennt der Goldbulle weiter. Der Grund ist ganz einfach: Rohstoffe profitieren, solange Notenbanken die schwächelnde Wirtschaft mit billigem Geld bekämpfen. In Deutschland hat der reale Abschwung im März 2000 begonnen, als die Technologieblase geplatzt ist – und ist noch nicht überwunden.

Wenn der Dax sich heute seinem Rekordwert von vor 13 Jahren annähert ...
... ist das nur die halbe Wahrheit. Wer die Inflation berücksichtigen will, müsste 30 Prozent vom aktuellen Kurs abziehen.

Wie lange wird Gold noch zulegen?
Beobachtungen aus der Vergangenheit zeigen: In den vergangen 100 Jahren dauerte ein großer makroökonomischer Zyklus immer 16 bis 18 Jahre. Ab 2017 oder 2018 sollte der Bullenmarkt also zu Ende sein – nicht nur für Gold sondern für alle Rohstoffe.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.


Und wie sieht es mit Minenaktien aus? Gehören die ins Depot?
Ja, schon allein aus taktischen Gründen. Minenbetreiber verkaufen Gold per Termin, das heißt sie fixieren Preise für zukünftige Lieferungen, wenn sie mit einem sinkenden Goldpreis rechnen. Wenn die Goldblase platzt, können Minenaktien so noch vier, fünf Jahre länger laufen. Das haben wir in den 1980-er Jahren am Markt schon so erlebt. Noch interessanter sind die hohen Dividenden, die die Minenbetreiber am Ende des Bullenmarktes ausschütten.

Aber die Aktien der großen Minenbetreiber wie Barrick Gold, Goldcorp oder Newcraft sind massiv eingebrochen. 

Ja, im letzten Jahr haben viele Minenaktien verloren – einige sogar die Hälfte ihres Werts. Manche Minenbetreiber haben zu Höchstpreisen Juniorproduzenten übernommen und müssen hier nun Wert abschreiben. Auch gibt es Gerüchte, dass Fonds aufgelöst wurden und so ein Ausverkauf der Minenaktien eingesetzt hat. Allerdings halte ich die Kurskorrektur für übertrieben.

Prognose korrigiert: Goldman sagt Ende der Gold-Rally voraus

Prognose korrigiert

Goldman sagt Ende der Gold-Rally voraus

Die Rohstoffpreise sind nach den Verlusten an den Aktienmärkten unter Druck geraten.

Warum?
Wenn ich auf die fundamentalen Daten blicke, sehe ich keinen Grund, warum die Aktien so an Wert verloren haben. 2008 war die Kostensituation der meisten Minenbetreiber wesentlich schlechter. Heute sind Kurs-Umsatz und Kurs-Cashflow-Verhältnisse in Ordnung. Goldförderunternehmen aus der zweiten Reihe sind ebenfalls solide aufgestellt: Deren Cash-Bestand ist oftmals höher als der Börsenkurs.

Kommentare (40)

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Goldeimer

27.02.2013, 13:52 Uhr

Ha, ha, ha, ha,..........
er weiß nicht wem er seine Barren andrehen soll.

Account gelöscht!

27.02.2013, 13:53 Uhr

Für morgen schlage ich als Schlagzeile vor:

"Goldrally vor den Ende?"

Übermorgen könnte man dann wieder titeln:

"UBS: Gold wird auf 2050 Dollar steigen."

Über-Übermorgen:

"Goldaktien vor scharfer Korrektur"

usw. usw. usw.

Account gelöscht!

27.02.2013, 14:05 Uhr

Ich frage mich auch was das soll. Vor kurzem wurde das Ende der Gold-Rally ausgerufen, nun wieder so ein halbgares Interview eines "Experten". Was soll das? Gold als Ersatz zur banknote!? Versuchen sie mal im Supermarkt mit nem Krügerrand zu bezahlen... und wenns wirklich mal richtig dicke kommt hat der Staat immernoch einen Weg gefunden privaten Goldbesitz zu reglementieren, was meinen sie wohl wie sich das auf den Preis auswirken wird.
Und wie schön, dass der Marktmechanismus so wunderbar funktioniert, was für eine lachhafte These! Gold ist nichts weiter als ein Edelmetall, ein Rohstoff wie viele andere auch, dessen Preis durch Spekulation getrieben ist und der lediglich vom Nimbus des sicheren Hafens lebt. Wenns hart auf hart kommt nützt mir das Gold rein gar nichts, da die wenigsten da draußen den Wert eines Krügerrand abschätzen können und Gold als Zahlungsmittel völlig untauglich ist. Da investiere ich lieber in nen Bauernhof

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