Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.11.2014

12:11 Uhr

Verlust bei jeder Unze

Goldpreis fällt unter die Kosten für die Förderung

Für viele Minenunternehmer lohnt sich das Geschäft aktuell nicht mehr: Etliche Produzenten verdienen mit Gold weniger als sie für die Verarbeitung aufwenden müssen. Investoren hören solche Nachrichten nicht sehr gerne.

Die Anleger fühlen sich offenbar wieder sicherer – deshalb gehen sie aus dem Gold heraus in andere Anlageformen. dpa

Die Anleger fühlen sich offenbar wieder sicherer – deshalb gehen sie aus dem Gold heraus in andere Anlageformen.

Der jüngste Rückgang beim Goldpreis sorgt bei Produzenten mit höheren Kosten für Verluste bei jeder geförderten Unze. Andere Firmen stehen davor, ebenfalls in die roten Zahlen abzurutschen. Gold war am Mittwoch dieser Woche auf 1137 Dollar je Unze und damit auf den tiefsten Wert seit vier Jahren gefallen.

Der Preis liegt unterhalb der Produktionskosten von sieben der insgesamt 19 Abbauunternehmen, die von Bloomberg beobachtet werden. Zu den betroffenen Firmen zählen unter anderem Harmony Gold Mining, Südafrikas drittgrößter Produzent, und Primero Mining Corp. Zwei weitere Unternehmen sind weniger als 50 Dollar von der Schwelle entfernt.

„Was sich gerade entwickelt ist nahezu so etwas wie ein Zwei-Klassen-Markt”, sagt John Ing, Vorstandschef des Brokers Maison Placements Canada. In der einen Gruppe befänden sich Unternehmen mit guten Aktiva und geringeren Kosten. Die andere enthalte Produzenten, “die es mit Hochkostengeschäften” und angespannten Bilanzen zu tun haben. Investoren halten Ing zufolge an der Top-Klasse fest, während sie sich von den Unternehmen aus der zweiten Reihe trennen.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Als der Goldpreis vergangene Woche um 4,7 Prozent fiel, brach der Standard & Poor's/TSX Global Gold Sector Index mit 40 Unternehmen um 16 Prozent ein. Ihren Ursprung hat die Misere in dem zwölf Jahre währenden Bullenmarkt für Gold, als der Goldpreis in New York im Jahr 2011 bis auf 1923,70 Dollar angestiegen war.

In dieser Zeit wurde es möglich, dass die Abbau-Kosten “außer Kontrolle” gerieten, und Minen wurden unter der Annahme hoher Preise angelegt, sagt Mike Schroder von Old Mutual Investment Group in Kapstadt. Die Produzenten hätten “mehr nach Volumen als nach Wert gestrebt, als die Zeiten gut waren”, meint Schroder. „Jetzt zahlen sie dafür.”

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Frank Bauer

06.11.2014, 13:49 Uhr

Lol ... Gold war , außer den letzten 6 Jahren , nie so teuer wie jetzt . Sinkt der Preis weiter fällt die Nachfrage der ewigen Krisen jünger und etf Anleger . Dann werden die Überkapazitäten wieder abgebaut ... Gold hat den Weg bis zum Taxi Fahrer gefunden .... Diese Nachfrage wird auch wieder verschwinden ...es werden nicht immer aufgefegte Hausfrauen den Vorraum von Degussa stürmen Lol

Herr Nehal Devanowitch

06.11.2014, 15:25 Uhr

ich kann auch nicht nachvollziehen welche Förderkosten da mit reingerechnet werden und vor allem wie hoch die Minen wohl geliehenes Geld verzinsen, vielleicht mit 500%. Kein wunder dass man nicht kostendeckend sein kann. Ich hatte vor Jahren mal einen Minenbesitzer gesprochen, er meinte mit 600USD kann er gut leben.

Herr Christian CCAA

06.11.2014, 17:57 Uhr

Nun ja das Produzenten immer am Stöhnen sind, es wäre zu wenig was Sie verdienen, da geb ich nix drum. Frage mich nur was die ganzen AFD-Anhänger mit ihrem überteuerten Gold machen

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×